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Außenhandel – Der internationale Handel

Zuletzt aktualisiert am 04.04.2022
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Der Außenhandel ist der Austausch von Gütern zwischen einem oder mehreren Ländern. Da nicht immer alle Güter reibungslos zwischen den Ländern verkauft und geliefert werden können, gibt es einige umfassende Vorschriften, die es zu beachten gilt. Wie funktioniert also Außenhandel in einem Unternehmen, wer ist dafür verantwortlich und wo erhalten Sie die wichtigsten Informationen für Ihren internationalen Handel?

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Außenhandel – was umfasst den internationalen Warenverkehr?

Der internationale Warenverkehr oder auch Außenhandel genannt, umfasst den grenzüberschreitenden Warenverkehr eines Landes sowie den Handel mit Dienstleistungen und Kapitalverkehr. In der Handelspolitik wird häufig der Begriff Außenwirtschaftsverkehr als Synonym verwendet, welcher die gleiche Bedeutung hat. Die Gesamtheit aller Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Ländern wird als Außenwirtschaft bezeichnet.

Der internationale Handel mit Waren kann sowohl in Deutschland, in Europa als auch International erfolgen. Zu unterscheiden ist hierbei die Ausfuhr (Export) und die Einfuhr (Import) der Waren. Denn bei der Ausfuhr erfolgt die Auslieferung der Ware aus dem Zollgebiet der Europäischen Union (EU) in einen Drittstaat (d.h. Nicht-EU-Mitgliedstaat). Erst dann wird in der Wirtschaft von Außenhandel - internationaler Warenverkehr - gesprochen.

Rechtliche Grundlagen des Außenhandels in Deutschland

Der Außenhandel – also der Verkehr mit Gütern, Dienstleistungen und Kapital – ist in Deutschland wie auch in der Europäischen Union grundsätzlich frei.
Die Rechtsgrundlagen ergeben sich dabei aus Vorschriften der Europäischen Union und aus den nationalen Bestimmungen der Bundesrepublik Deutschland.

Der Außenhandel unterliegt gewissen Einschränkungen, die sich insbesondere aus den Rechtsgrundlagen der EU und aus dem Außenwirtschaftsgesetz (AWG) sowie der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) ergeben. Wer am Außenhandel teilnimmt, muss eine Vielzahl an Vorschriften und Regelungen beachten:

  • Zollrecht,
  • Steuerrecht,
  • Präferenzrecht,
  • Vertragsrecht,
  • Umweltrecht
  • uvm.

und alle damit verbundenen spezifischen Verfahren.

In Zeiten der internationalen Vernetzung ist in den meisten Ländern der Außenhandel überwiegend liberalisiert. In Deutschland wie auch EU-weit gilt grundsätzlich freier

  • Güterverkehr,
  • Dienstleistungsverkehr,
  • Kapitalverkehr,
  • Zahlungsverkehr

und sonstiger Wirtschaftsverkehr bei der Einfuhr und Ausfuhr.

Das Außenwirtschaftsgesetz regelt den Güter-, Dienstleistungs-, Kapital- und sonstigen Wirtschaftsverkehr der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ausland.

Die Außenwirtschaftsverordnung bezieht sich auf die Durchführung des Außenwirtschaftsgesetzes. Sie enthält Verbote und Genehmigungspflichten, insbesondere für den Export von Rüstungsgütern und nationalen Dual-Use-Gütern (Ausfuhrliste).

Der Außenhandel kann aus handelspolitischen Gründen oder nationaler Sicherheit durch den Staat beschränkt werden. Die Beschränkungen in der Exportkontrolle orientieren sich größtenteils an internationalen Vorgaben und Beschlüssen und dienen dem Schutz der Sicherheit und der auswärtigen Beziehungen. Dies regelt das Außenwirtschaftsrecht (AWR) unter besonderer Berücksichtigung der eigenen sicherheits-, außen-, wirtschafts- und handelspolitischen Belange. Verankert ist dies im §4 AWG.
Die Entwicklungen in der Außenwirtschaftspolitik – insbesondere militärische Konflikte – beeinflussen das Außenwirtschaftsrecht enorm und erfordern regelmäßige Anpassungen der Außen- und Sicherheitspolitik und führen somit zu regelmäßigen Änderungen im Außenwirtschaftsrecht.

Ausführliche Informationen zum Außenwirtschaftsgesetz und zur Außenwirtschaftsverordnung finden Sie stets aktuell mit ausführlichen Kommentierungen und Erläuterungen im Außenwirtschaftlichen Kommentar (AWR-Kommentar).

Aufgrund der unterschiedlichen Teilbereiche des Außenhandels ergeben sich folgende Schnittstellen:

  • Export/Ausfuhr
  • Import/Einfuhr
  • Exportkontrolle
  • Zoll
  • Warenursprung und Präferenzen

Zu diesen Teilbereichen finden Sie auf unseren Themenseiten weiterführende Informationen.

Wie funktioniert der Außenhandel in einem Unternehmen?

Aufgrund der weltweit ungleichen Verfügbarkeit von natürlichen Ressourcen, unterschiedliche technologische Entwicklungsstände und verschiedene Klimazonen fördert der Außenhandel eine globale Arbeitsteilung. Der internationale Handel ist demnach notwendig, um rohstoffarme Länder zu versorgen, also den Mangel und Überfluss von Rohstoffen auszugleichen und durch den Wettbewerb zwischen den Produzenten die Innovation in der Wirtschaft voranzutreiben.

Durch den Außenhandel ergeben sich Vorteile für Unternehmen: Sie gewinnen zusätzliche Märkte, steigern ihren Umsatz, erhöhen die Anzahl ihrer Mitarbeiter und sichern Arbeitsplätze.

Der internationale Handel in einem Unternehmen bedarf einer umfassenden Organisation, denn bei einem grenzüberschreitenden Warenverkehr müssen die Prozesse im Unternehmen gesteuert und überwacht werden, um die Einhaltung aller Vorschriften im Außenhandel gewährleisten zu können.

Die verantwortlichen Mitarbeiter im Unternehmen sollten sich umfassend austauschen, um die Schnittstellen zu den Abteilungen z.B. Einkauf, Vertrieb, Logistik, Buchhaltung, Produktion, Steuerabteilung u.v.m. erfolgreich zu managen. Zudem sind die Kommunikationswege nach außen nicht zu vernachlässigen: Hier sollte intensiv mit Zollämtern, Spediteuren/Zolldienstleistern, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), dem Statistischem Bundesamt (DESTATIS), verbundenen Unternehmen, Kunden, Lieferanten u.v.m. kommuniziert werden. Aber auch regelmäßige Änderungen in der Außenwirtschaft sollten stetig verfolgt werden, denn bei Missachtung von Vorschriften können erhebliche Kosten- oder strafrechtliche Konsequenzen folgen.

Um dies zu vermeiden, ist eine interne Organisationsstruktur (Organigramm) mit Zuständigkeiten im Unternehmen, vor allem mit zuständigen Personen für den Außenhandel, unerlässlich. Diese sollte mit Weisungsbefugnissen auf fachlicher Ebene ausgestattet sein, damit für andere Abteilungen, aber auch für Aufsichtsbehörden bei Betriebsprüfungen die Zuständigkeiten ersichtlich sind. Vollumfänglich kann dies in einer Arbeits- und Organisationsanweisung im Unternehmen geregelt werden. Sie beschreibt die Grundsätze und Ziele eines Unternehmens, welche durch Einhaltung relevanter Vorschriften des Außenhandels erreicht werden. Sie beschreibt aber auch die interne Organisationsstruktur inklusive der Benennung der Zuständigkeiten mit Kontaktmöglichkeit sowie eine grobe Beschreibung der internen Prozessabläufe im Unternehmen.

Im Praxishandbuch Export- und Zollmanagement erhalten Sie effektive Tipps für die Umsetzung Ihrer innerbetrieblichen Organisation in Export- und Zollvorgängen und sichern sich durch die optimale Gestaltung Ihrer Prozesse Wettbewerbsvorteile im Außenhandel.

Wo finden Sie Informationen über den Außenhandel?

Aktuelle Informationen und Nachrichten aus dem Außenhandel finden Sie in der monatlich erscheinenden Zeitschrift für Außenwirtschaft in Recht und Praxis- AW-Prax. In der Zeitschrift erfahren Sie, welche Rechtsänderungen auf Sie zukommen und welche Konsequenzen daraus für Ihre tägliche Arbeit im Außenhandel entstehen.

Im Rahmen der Außenhandelsstatistik ermittelt das Statistische Bundesamt (DESTATIS) monatlich die Exporte und Importe Deutschlands.

Insbesondere das Warenverzeichnis für die Außen­handelsstatistikist hierbei elementar für die Zollabwicklung von Waren und führt achtstellige Statistische Warennummern auf, mit deren Hilfe Waren beim internationalen Handel eindeutig gekennzeichnet werden können.

Die Außenhandelsstatistik basiert auf der Nomenklatur des Zolltarifs und ist für die Ermittlung der Warennummer wichtig. Sie ist ein zentraler Bestandteil im Außenhandel, denn sie entscheidet über die Anwendung der handelspolitischen Maßnahmen beim Im- und Export einer Ware.

Die Rechtsgrundlage für den Zolltarif ist die Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 über die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif.  Mit der Verordnung wurde das internationale Harmonisierte System (HS) in Form der Kombinierten Nomenklatur (KN) verbindlich in der EU eingeführt.

Nur durch regelmäßige Modernisierungen kann die HS-Nomenklatur mit dem Tempo des technischen Fortschritts und der Weiterentwicklung des Außenhandels mithalten. Daher gibt es jährliche Anpassungen in der Verordnung sowie alle fünf Jahre eine Neufassung des international gültigen "Harmonisierten Systems zur Bezeichnung und Codierung der Waren".

Das für das Jahr 2022 gültige Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik beinhaltet die zum 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen der Kombinierten Nomenklatur und ist als Buchausgabe sowie CD-ROM erhältlich.

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