Außenwirtschaft unter Druck und mit neuen Spielräumen: Rückblick auf den 16. Thementag Außenwirtschaft
Freudiges Wiedersehen, topaktueller Austausch und hochkarätige Fachvorträge: Der 16. Thementag Außenwirtschaft von Reguvis brachte am 6. und 7....
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Daniela Winkelhardt
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14.10.2026, 08:41:28
Freudiges Wiedersehen, topaktueller Austausch und hochkarätige Fachvorträge: Der 16. Thementag Außenwirtschaft von Reguvis brachte am 6. und 7. Oktober in Köln zahlreiche aktuelle Themen aus Zoll und Außenwirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht, Exportkontrolle, Nachhaltigkeit und Compliance. Zwei Tage lang ging es schwerpunktmäßig um die Frage, wie Unternehmen in einem anspruchsvollen regulatorischen und geopolitischen Umfeld handlungsfähig bleiben und wo aus neuen Anforderungen auch Chancen entstehen.
Ich war schon oft dabei – und freue mich jedes Mal aufs Neue auf diese Veranstaltung. Sie ist nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sondern auch eine Plattform für persönliche Begegnungen, Networking und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis. Der Thementag führte dabei unterschiedliche Perspektiven zusammen: rechtliche Einordnung, unternehmerische Anwendung und strategische Fragen der Organisation. Das Programm reichte vom jährlichen Rechtsupdate über vertiefende Workshops bis zur Diskussion über globale Handelskonflikte und die EU-Zollreform. Die Veranstaltung spiegelte die Breite wider, die Außenwirtschaftsverantwortliche heute im Blick behalten müssen.
Bildquelle: ©Reguvis/wolterfoto
Zum Auftakt begrüßte Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang, Direktor des Instituts für Zoll- und Außenwirtschaftsrecht an der Universität Münster, die Teilnehmenden und führte in die beiden Veranstaltungstage ein. Anschließend standen zunächst die aktuellen Entwicklungen im Außenhandelsrecht, Zollrecht und Exportkontrollrecht auf dem Programm. Prof. Dr. Christoph Graf von Bernstorff widmete sich dem Außenhandelsrecht, Prof. Dr. Sandra Rinnert dem Zollrecht und Dr. Klaus Pottmeyer dem Exportkontrollrecht. Dr. Lothar Harings ergänzte das fachliche Programm mit „Aktuelles zu Nachhaltigkeit und Compliance 2026“ – ein Themenfeld, das für Unternehmen im Außenhandel zunehmend mit konkreten Anforderungen und Umsetzungsfragen verbunden ist.
Schon am ersten Tag war die Themenvielfalt auch in den parallel angebotenen Workshops spürbar. Die Teilnehmenden konnten sich unter anderem mit Exportkontrolle im Rüstungs- und Dual-Use-Bereich, ESG in der Zoll- und Außenwirtschaftspraxis sowie mit „Leadership in kontinuierlicher Veränderung“ beschäftigen. Ein Workshop widmete sich der KI-gestützten Verarbeitung von Handelsdokumenten. Gerade diese Verbindung von rechtlichen Entwicklungen, praktischen Fragen und technologischen Ansätzen macht den Thementag für mich so interessant.
Diese Kombination traf einen Nerv der betrieblichen Praxis: Digitalisierung kann Routineaufgaben vereinfachen und Kapazitäten schaffen. Die rechtliche Bewertung und die Verantwortung für Entscheidungen bleiben jedoch zentrale Aufgaben der Fachleute im Unternehmen. Zugleich verlangt die wachsende Regulierungsdichte klare Zuständigkeiten und Führung, die Außenwirtschaft nicht als reine Abwicklung versteht, sondern als Teil der Unternehmenssteuerung.
Nach dem fachlichen Programm des ersten Tages bot das Get-together Gelegenheit, Gespräche in entspannter Atmosphäre fortzusetzen und neue Kontakte zu knüpfen. Auch das gehört für mich fest zum AW-Thementag: Die wertvollen Impulse entstehen nicht allein im Vortragsraum, sondern ebenso beim persönlichen Austausch zwischen den Programmpunkten.
Der zweite Tag setzte mit weiteren Workshops anwendungsnahe Akzente. Im Mittelpunkt standen die Zukunft des Zoll- und Außenwirtschaftsrechts und die Frage, wie KI und Digitalisierung Effizienz und Compliance unterstützen können, ebenso wie „CBAM in der Praxis“. Besonders gefreut hat mich, dass der Außenhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V. (AHV NRW) in diesem Jahr mit einem Workshop vertreten war. Gemeinsam mit Gaston Schul widmete er sich der Umsetzung einer EU-weit harmonisierten Zolllösung und der Auswahl eines passenden Providers. Weitere Workshop-Themen waren Präferenzen als Wettbewerbsvorteil sowie das neue Sanktionsstrafrecht und praktische Empfehlungen zur Vermeidung von Bußgeld und Strafe.
Einblicke vom Thementag Außenwirtschaft 2026; ©Reguvis/wolterfoto
Nach den Workshops rückten die größeren handelspolitischen und regulatorischen Linien wieder in den Mittelpunkt. Dr. Berend Diekmann, ehemaliger Referatsleiter USA, Kanada und Mexiko im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sprach über globale Handelskonflikte.
Bildquelle: ©Reguvis/wolterfoto
Zum Abschluss richtete eine von Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang moderierte Runde den Blick auf die EU-Zollreform und darauf, was sich dadurch für die Praxis ändert. Die unterschiedlichen Perspektiven der Diskutierenden machten deutlich, wie wichtig es ist, regulatorische Entwicklungen frühzeitig zu verfolgen und ihre Auswirkungen auf die eigenen Abläufe einzuordnen. Auf dem Podium waren Marc Bauer von der IHK Region Stuttgart, Frank Heijmann von der Ständigen Vertretung der Niederlande bei der EU, Rechtsanwalt Michael Lux und Prof. Dr. Sandra Rinnert vertreten.
Die EU-Zollreform und die zunehmende Digitalisierung der Zollverfahren werfen für Unternehmen weitreichende Umsetzungsfragen auf. Datenqualität, Stammdatenpflege und klare Abläufe gewinnen an Bedeutung, wenn neue digitale Systeme und stärker harmonisierte Verfahren eingeführt werden. Für Verantwortliche ist es deshalb sinnvoll, Entwicklungen nicht erst dann aufzugreifen, wenn ein neues Verfahren unmittelbar ansteht. Wer die eigene Daten- und Prozessbasis kennt, kann Veränderungen besser einordnen und notwendige Anpassungen frühzeitig planen.
Auch die Diskussion über Handelskonflikte gehört zu diesem Lagebild. Geopolitische Spannungen, Sanktionen und handelspolitische Veränderungen können Märkte und Lieferbeziehungen beeinflussen. Außenwirtschaftliche Expertise hilft Unternehmen, solche Entwicklungen systematisch zu bewerten: Wo ist besondere Vorsicht nötig? Welche Vorgaben gelten für konkrete Geschäfte? Und wo bleiben rechtssichere Wege offen, die Wettbewerber möglicherweise nicht nutzen?
Der 16. Thementag Außenwirtschaft führte Themen zusammen, die im Unternehmen oft auf verschiedene Funktionen verteilt sind. Zoll, Exportkontrolle, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Compliance lassen sich in der Praxis nicht immer getrennt voneinander bearbeiten. Eine Entscheidung im Einkauf kann Auswirkungen auf Zollkosten und Ursprung haben; eine neue Sanktionsvorgabe kann Vertriebsprozesse verändern; digitale Automatisierung setzt verlässliche Daten und fachliche Kontrolle voraus.
Hinzu kommt der Druck auf die Teams. Die Regulierungsdichte wächst, während qualifizierte Fachkräfte knapp sind und Informationen laufend aktualisiert werden müssen. Für Verantwortliche bedeutet das, Prioritäten zu setzen, Wissen im Unternehmen zu verankern und Prozesse so zu gestalten, dass sie nicht von einzelnen Personen allein abhängen. Zugleich rückt die strategische Rolle der Außenwirtschaft stärker in den Vordergrund: Gute Facharbeit kann Risiken begrenzen, aber auch Marktzugänge und Wettbewerbsvorteile unterstützen.
Der Thementag bot dafür einen Rahmen, in dem sich rechtliche Updates, Praxisfragen und übergreifende Entwicklungen begegneten. Das Get-together am Abend des ersten Tages ergänzte das Fachprogramm um Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Gerade in einem Arbeitsfeld, in dem viele Unternehmen mit ähnlichen Veränderungs- und Umsetzungsfragen umgehen, ist der Blick über die eigene Organisation hinaus wertvoll.
Zwei Tage mit einem breiten Themenspektrum, fundierten Fachbeiträgen und vielen Gelegenheiten zum Netzwerken liegen hinter uns. Was ich am Thementag immer wieder schätze, ist genau diese Kombination: hochkarätige Referentinnen und Referenten, konkrete Themen aus der Praxis und der offene Austausch mit Menschen, die ähnliche Herausforderungen kennen. Ich nehme viele neue Denkanstöße mit – und freue mich schon auf das nächste Wiedersehen beim AW-Thementag.
Der 16. Thementag Außenwirtschaft machte die thematische Spannweite des Jahres 2026 sichtbar: von Exportkontrolle und Sanktionsstrafrecht über CBAM und Präferenzen bis zur EU-Zollreform und KI-gestützten Prozessen. Für Unternehmen liegt die Aufgabe darin, aus dieser Vielfalt die eigenen Prioritäten abzuleiten und Zuständigkeiten, Daten und Abläufe darauf auszurichten.
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Themen-Schwerpunkte:
✓ Neuerungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
✓ Aktuelle Entwicklungen in der Exportkontrolle
✓ Praxisbeispiele und Best Practices aus Unternehmen
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