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Vergabe
16.02.2021

EU-Studie zur Beteiligung von KMU am öffentlichen Auftragswesen

Von: EU-Kommission / forum vergabe e.V. / Redaktion

Die Quote der (direkten) Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an öffentlichen Aufträgen ab den EU-Schwellenwerten in der EU hat sich langsam, aber stetig verbessert. Das zeigt eine Studie im Auftrag der EU-Kommission, die Ende 2020 bekannt geworden ist. Die Studie wurde bereits 2019 erstellt.

Der genaue Titel der nur in englischer Sprache vorliegenden, über 200 Seiten starken Ausarbeitung lautet: „Analysis of the SMEs' participation in public procurement and the measures to support it – Final report“.

Nach der Studie ist der Anteil von KMU an öffentlichen Aufträgen von 58 % im Jahre 2011 allmählich auf 65 % 2017 gestiegen. Zuvor, zwischen 2004 und 2010, war der Wert sogar rückläufig. Allerdings bestehen große Unterschiede hinsichtlich der KMU-Anteile zwischen den Mitgliedstaaten. So wurde z.B. bei Vergaben ab den EU-Schwellenwerten eine hohe Quote der KMU-Beteiligung in Litauen, Malta und Griechenland ermittelt, wogegen etwa in Spanien, Portugal und Italien weniger KMU öffentliche Aufträge erlangen.

Große Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten

Laut der Studie ist eine relativ hohe Beteiligung von KMU bei Vergaben von Bau- und Dienstleistungen sowie bei Leistungen des verarbeitenden Gewerbes zu erkennen. Im Vergleich zu größeren Unternehmen bearbeiten KMU demnach tendenziell Aufträge mit geringerem Auftragsvolumen. Bei Aufträgen unterhalb der EU-Schwellenwerte ist die Quote der KMU-Beteiligung deutlich höher, hat allerdings zuletzt abgenommen. Auch bei den Vergaben unterhalb der EU-Schwellenwerte zeigt die Analyse große Differenzen zwischen den Mitgliedstaaten.

Indirekte Beteiligung von KMU an öffentlichen Aufträgen ist tendentiell stärker

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die indirekte Beteiligung von KMU an öffentlichen Aufträgen, z.B. als Unterauftragnehmer, stärker ist als die direkte Beteiligung, was bisherige Beobachtungen bestätigt. Die Mehrheit der befragten KMU hielten die Beteiligung an öffentlichen Aufträgen für wichtig oder sehr wichtig. Andererseits berichtete nahezu die Hälfte aller Befragten, dass ihre Erfolgsquote bei der Teilnahme an öffentlichen Vergabeverfahren ab den EU-Schwellenwerten bei weniger als 10 % liege. Gut ein weiteres Viertel berichtete über eine Erfolgsquote zwischen 10 % und 50 %. Im Hinblick auf Vergaben unterhalb der Schwellenwerte berichteten KMU über etwas bessere Erfolgsraten. Der Studie zufolge kommt der Aufteilung von Vergaben in Lose die größte Bedeutung für eine verbesserte Beteiligung von KMU an öffentlichen Vergabeverfahren zu.

Sie finden die Studie hier.



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