Weniger Unfälle durch Corona

Das durch die Corona-Pandemie bedingte geringe Verkehrsaufkommen hat sich im ersten Halbjahr deutlich auf das Unfallgeschehen im Straßenverkehr ausgewirkt: In den ersten sechs Monaten des Jahres sind in Deutschland 1281 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind das 195 Personen bzw. 13,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Verletzten ging um 18,7 Prozent auf knapp 148.100 zurück. Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden von Januar bis Juni weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt.

Insgesamt nahm die Polizei von Januar bis Juni 18,3 Prozent weniger Unfälle (rund 1,1 Millionen) auf. Das ist der zweitniedrigste Wert seit 1990. Nur im ersten Halbjahr 1998 gab es weniger Unfälle. Bei knapp 954.600 Unfällen blieb es bei Sachschaden (-18,6 %), bei rund 118.700 Unfällen gab es Verletzte oder Tote (-16,1 %).

Je eine Million Einwohner starben durchschnittlich 15 Menschen im Straßenverkehr. Das größte Risiko, tödlich zu verunglücken, bestand in Brandenburg mit 27 Verkehrstoten je eine Million Einwohner, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 24, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 22 Verkehrstoten. Mit vier beziehungsweise acht lag dieser Wert in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Ebenfalls niedrig war das Risiko in den Flächenstaaten Nordrhein-Westfalen und Saarland mit jeweils elf Verkehrstoten sowie Baden-Württemberg mit 13 und Hessen mit 14 bei Straßenverkehrsunfällen Getöteten je eine Million Einwohner.

Für den Zeitraum bis Mai liegen detailliertere Ergebnisse vor. Danach kamen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr Kraftradfahrer (plus zehn Personen) ums Leben. Rückläufig waren dagegen die Zahlen der getöteten Pkw-Insassen (-90 Personen), der tödlich verunglückten Fußgänger (-16 Personen) und Radfahrer (-neun Personen). (ampnet/jri)