Tesla war fast pleite

Elon Musk berichtet von „Stress und Schmerzen“ wegen des Model 3 (c) ampnet

Tesla-Chef Elon Musk hat kürzlich freimütig zugegeben, dass es gar nicht lange her ist, dass Tesla beinahe pleite gegangen wäre. Musk hat via Twitter geschrieben, dass es ziemlich knapp war. Er sprach davon, dass der Konzern insbesondere wegen des Model 3 zwischenzeitlich „nur einen Monat vor der Pleite stand“.

Musk berichtet in dem Tweet ferner von „Stress und Schmerzen“ wegen des Model 3. Dabei wurde gerade dieses Auto vorab als „Der Hoffnungsträger schlechthin" beschrieben. Doch dann brach die Produktions- und Lieferhölle über den Autobauer herein, der mit diesem Auto ein Massenhersteller werden wollte. Musk dazu: „Die Anlaufphase des Model 3 war für lange Zeit – von Mitte 2017 bis Mitte 2019 – extrem belastend und schmerzhaft. Die Hölle für Produktion und Logistik.“


Lange standen bei Tesla die Produktionszahlen des Model 3 im Fokus und galten als Maß der Dinge. Hinzu kam noch der Anlauf einer neue Fabrik in Shanghai, was die Probleme nicht verringerte. Weil die Sorgen außerhalb des Unternehmens aber kaum jemand kannte, kletterte die Aktie in unvorstellbare Höhen (plus 400 Prozent), was schließlich zu einem Aktiensplit führte, um das Papier auch für Kleinanleger einigermaßen erschwinglich zu halten.

Inzwischen haben sich diese Turbulenzen zwar gelegt nund Tesla schreibt jetzt im fünften Quartal in Folge schwarze Zahlen. Die Gewinne erwirtschaftet der Elektroautobauer aber hauptsächlich aus dem Verkauf von Umweltzertifikaten, wie kürzlich wieder ein US-Analyst bemängelte. Im Geschäft Auto gegen Geld hingegen bleibe nichts in der Kasse übrig. Das Unternehmen verlasse sich nach wie vor auf den Verkauf von behördlichen Gutschriften in den USA, die es für den Verkauf von Elektroautos gibt.

Diese Boni sind nichts anderes als Abgasrechte, mit denen Strafzahlungen wegen zu hoher Abgaswerte reduziert oder ganz vermieden werden können. Und weil Tesla keine Modelle mit Verbrennungsmotoren anbietet, fließen diese staatlichen Zuschüsse direkt in die Bilanz. So kommt es, dass sich der Nettogewinn im Ende September abgelaufenen Jahresviertel auf 331 Millionen US-Dollar (ca. 391 Millionen Euro) belief – eine Steigerung um 131 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Doch ohne den Verkauf dieser Gutschriften/Abgasrechte an andere Autobauer mit „dreckigen“ Antrieben, so bemängelt der „MarketWatch“-Analyst Garrett Nelson, wäre Tesla nicht profitabel gewesen. (ampnet/hk)