Neues Konzept für die IAA

Die deutschen Automobilhersteller wandeln sich zu Mobilitätsanbietern. Neue Technologien setzen sich durch, neue Player treten auf den Markt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA), als Organisator der IAA, trägt dem mit einem grundlegend neuen IAA-Konzept Rechnung, das zusammen mit Mitgliedsunternehmen entwickelt wurde.

Die IAA soll künftig neben der Leistungsschau in den Hallen die Innovationen und Erlebniswelten auch in die Stadt zu den Bürgern bringen. Die IAA soll von einer Autoshow zur Mobilitätsplattform werden, so der VDA. Die IAA 2021 solle weiterhin die neuesten Fahrzeuge und Entwicklungen der Pkw-Hersteller und Zulieferer zeigen. Zugleich solle sie sich noch stärker als bisher als Dialog- und Themenplattform präsentieren und zu einem Ort des Wissensaustauschs entwickeln – unter Beteiligung der Automobilindustrie und anderen Branchen sowie unter Einbeziehung der Stadt, die 2021 Ort der neuen IAA wird.

Den Städten, die Interesse an einer Ausrichtung gezeigt haben mittlerweile den Anforderunskatalog  erhalten. Der VDA ist offen für weitere Kommunen, die sich an dem laufenden Bewerbungsverfahren beteiligen wollen.

„Natürlich steht für uns weiterhin das Automobil im Mittelpunkt. Aber wir werden für die kommende IAA auch die Verbindung mit anderen Verkehrsträgern suchen – und den Dialog mit den Menschen darüber, wie wir Verkehr künftig gestalten wollen“, erklärte Mattes.

Die neue IAA ruhe zukünftig auf drei Säulen, so der VDA: Automobilhersteller, Zulieferer und Mobilitätsdienstleister werden im Rahmen von Premieren, Pressekonferenzen und Markeninszenierungen ihre neuesten Fahrzeuge und Entwicklungen präsentieren und auf der IAA Conference aktuelle Themen durchaus auch kritisch diskutieren. Dieser Kern der IAA werde durch zwei Erlebniswelten ergänzt.

Daneben soll es Teststrecken für Probefahrten und Parcours auf abgesperrten Straßen und Arealen geben. Besucher sollen dort neueste Technologie, wie beispielsweise automatisiert fahrende Autos mit alternativen Antrieben, neueste Modelle oder neue Mobilitätsangebote in Praxistests erleben können. In Verbindung mit Events sollen die Marken der Aussteller unmittelbar im urbanen Raum erlebbar werden. Zudem sucht die Branche den Dialog mit dem Bürger sowie automobil-kritischen Gruppen in Form von Dialogveranstaltungen.

Verbindungsglied zwischen dem Kern der IAA auf einer zentralen Fläche und dem urbanen Spot soll eine dritte Säule sein: eine Erlebnisachse. Dort pendeln Konzept-, Test- und Serienfahrzeuge der Aussteller und lassen die Besucher neueste Technologie bis hin zum automatisierten Fahren unmittelbar im Praxistest erlebbar machen. Städtische Verkehrsangebote, darunter der ÖPNV, verschmelzen dabei zu einem neuen IAA-Mobilitätskonzept, das neue städtische Infrastruktur wie Wasserstofftankstellen, Ladesäulen und Mobilitäts-Hubs miteinbeziehen kann.

„Wir wollen, dass schon die kommende IAA über die Zeit des Events hinauswirkt. Mit dem Abbau der Stände ist nicht alles vorbei, sie soll etwas Nachhaltiges schaffen. Im besten Fall ist sie Anstoß für die Etablierung neuer Konzepte und Testfelder eines neuen Mobilitätsmixes in der ausrichtenden Stadt. Über dieses Konzept reden wir derzeit mit mehreren Städten“, sagte Bernhard Mattes.