Der Kfz-Sachverständige

Das Portal rund um das Kfz-Sachverständigenwesen

Hier finden Sie viele interessante Informationen zu rechtlichen und technischen Fragestellungen, Termin- und Veranstaltungshinweise, Buchtipps und Rezensionen sowie aktuelle Meldungen und vieles mehr.

Und damit Sie nichts mehr verpassen, gibt es alle zwei Monate einen kostenlosen Newsletter frisch in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand.

Die aktuelle Ausgabe "Der Kfz-Sachverständige" - Heft 1/2021

Inhalt 

Chassis Control Systems – Ein Blick in die Zukunft

Der Sachverständige im Spannungsfeld der Interessenlagen

Corona bedingte Fahrzeugreinigungskosten – erste Entscheidungen und Fakten

Aus dem Editorial:

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Job- und Ortswechsel bringt so manches mit sich. Man lernt viele neue Menschen kennen und lässt andere zurück. Auch von Dingen des täglichen Lebens trennt man sich mitunter etwas schwerer. Mit leichter Wehmut musste ich mich jetzt auch von meinem Firmenwagen trennen.

„Fridays for Future“ geht an einer Familie mit Teenager nicht spurlos vorbei – und das ist auch gut so. Zuerst hatte ich mein Fahrverhalten angepasst und schätzungsweise 25 % weniger Diesel verbraucht. Als Vielfahrer ist das schon eine Menge. Danach bin ich den nächsten Schritt gegangen und wollte selbst herausfinden, wie sich ein Hybrid gegenüber meinen früheren Fahrzeugen behauptet. Dank Corona habe ich auf dieses Auto aber länger gewartet, als ich es am Ende gefahren bin.

Nach vier Monaten und mehreren Tausend Kilometern kann ich nun zumindest ein erstes Fazit ziehen: Der Hybrid ist besser als sein aktueller Ruf. Laut Bordcomputer betrug mein Durchschnittsverbrauch ab Werk rd. 2,8 l Super auf 100 km. Wenn ich die verbrauchten Kw/h für den E-Motor um- und hinzurechne, komme ich unterm Strich auf etwa 4,8 l / 100 km.

Selbst wenn der Durchschnittswert in der kalten Jahreszeit noch etwas weiter nach oben gehen dürfte: Etwas Vergleichbares habe ich mit meinen Diesel- Fahrzeugen nicht annähernd geschafft, höchstens auf kurzen Streckenabschnitten, unter Idealbedingungen und bei niedrigen Geschwindigkeiten – aber niemals im Durchschnitt.

Eigentlich wäre ich jetzt fällig gewesen für ein Elektroauto. Die Ruhe des E-Antriebs hat mich von Anfang an begeistert und der Verbrauch sowieso. In der Stadt bin ich immer elektrisch gefahren und bei kürzen Überlandfahrten meistens auch. Aber eben nicht immer – und genau hier liegt der Haken: Es gibt viel zu wenig Ladesäulen. Viele sind besetzt und häufig habe ich erlebt, dass eine Säule defekt ist und über Wochen nicht repariert wird. Der Hybrid wird gerne als Übergangstechnologie bezeichnet. Aber nicht, weil die Technik nicht ausgereift ist, sondern weil die Infrastruktur für echte E-Fahrzeuge hinten und vorne nicht reicht – gerade für Vielfahrer.

Am 30. November habe ich den ersten iD3 auf der A99 gesehen. Wenn das stimmt, was ich gelesen habe, sollen dieses Jahr 80.000 iD3 und nächstes Jahr 300.000 ausgeliefert werden. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es dann um die Säulen bestellt ist. Und VW ist ja nicht der einzige Hersteller von E-Autos und der iD3 nicht das einzige E-Auto, das den Massenmarkt ansprechen soll.

Gerade auch in einer „Nach-Corona- Zeit, wenn wieder mehr Termine vor Ort stattfinden, ist man bei einem Elektro-Auto eigentlich darauf angewiesen, dieses an seinem (Zwischen-) Ziel aufladen zu können. Das soll kein Abgesang auf das E-Auto sein – im Gegenteil. Vom Fahrgefühl und Verbrauch her würde ich gerne umsteigen. Aber wir Vielfahrer werden uns wohl noch etwas gedulden müssen.

Einen besonderen Geniestreich hat sich dann noch die Stadt Augsburg geleistet. Auf dem Weg zu einem Termin hatte ich eine Ladesäule angesteuert. Beim Aussteigen sehe ich das Schild „Wir bedauern, dass diese Ladesäule momentan nicht zur Verfügung steht. Die Störung wird schnellstmöglich behoben. Bitte benutzen Sie eine nahe gelegene Ladesäule im Umkreis.“ Ich entscheide mich, stehen zu bleiben, hole mir aber ein Parkticket. Denn, wer sagt mir, dass die nächste Ladesäule nicht auch defekt ist und ich dann umsonst zu spät komme? Beim Zurückkehren entdecke ich aber einen Strafzettel. 10,00 € für Parken an einer Ladesäule ohne Ladevorgang.

Das ist günstig – aber nicht gerade das Erlebnis, das man von einem Staat erwartet, der sich Elektromobilität auf die Fahnen geschrieben hat. Das „Ding“ war kaputt! Aber was soll‘s. Ich hatte zum Glück nicht so viel Zeit, mich aufzuregen und habe bezahlt.

Solche kleinen Ärgernisse sind hoffentlich nur Anlaufprobleme und werden die Elektromobilität sicher nicht aufhalten. Ich wäre aber froh, wenn der Staat hier seine Hausaufgaben machen würde.

Für Sachverständige und Werkstätten bedeutet diese Entwicklung jedoch, dass die Elektroautos im nächsten Jahr wohl endgültig den Massenmarkt erreichen werden. Ladesäule hin- oder her, die Arbeit an Hochvoltsystemen wird dann zur Normalität.

Ihr Martin Schmelcher

Der KFZ-SV Ausgabe 1 / 2021

Editorial

Editorial
....Seite 1 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Job- und Ortswechsel bringt so manches mit sich. Man lernt viele neue Menschen kennen und lässt andere zurück. Auch von Dingen des täglichen Lebens trennt man sich mitunter etwas schwerer. Mit leichter Wehmut musste ich mich jetzt auch von meinem Firmenwagen trennen....

 
mehr... Martin Schmelcher

Meldungen

Absage der JHV und der erweiterten Vorstandssitzung 2020
....Seite 3 

Nachdem bereits der Sachverständigentag 2020 abgesagt bzw. auf nächstes Jahr verschoben werden musste, hat im November auch die geplante Jahreshauptversammlung nebst erweiterter Vorstandssitzung in Berlin nicht stattgefunden. Aufgrund der stetig und rapide gestiegenen Infektionszahlen war eine...

 
mehr... Red.
Deutscher Elektro-PKW-Markt vervierfacht sich im Oktober
....Seite 3 

Im Oktober konnten die Neuzulassungen von Elektro-PKW laut Kraftfahrt-Bundesamt mit einem Zuwachs um 303 % auf 48.039 Fahrzeuge den Vormonatsrekord übertreffen. Damit hat sich der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat vervierfacht. Bereits knapp 18 % der neu zugelassenen PKW in Deutschland wurden...

 
mehr... Red.
Prüforganisationen fordern Zugang zu sicherheits- und umweltrelevanten Fahrzeugdaten
....Seite 3 

Die Prüforganisationen GTÜ, TÜV, DEKRA, KÜS und VÜK haben einen direkten Zugang zu sicherheits- und umweltrelevanten Daten aus Fahrzeugen gefordert. Dafür müssten jetzt die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden. Um einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Fahrzeugdaten gewährleisten zu können,...

 
mehr... Red.
Oldtimer-Index: Preise in 2019 leicht gestiegen
....Seite 4 

Die Oldtimer-Preise in Deutschland sind in 2019 leicht gestiegen. Der Deutsche Oldtimer Index (DOX), den der Verband der Automobilindustrie (VDA) jährlich veröffentlicht, erreichte einen Punktestand von 2.645. Das entspricht einem Zuwachs von 1,4 % gegenüber 2018. Er lag damit im Bereich der...

 
mehr... Red.
Neuer Zusatzführerschein für Leichtkrafträder beliebt
....Seite 4 

Die Einführung des Zusatzführerscheins B196 hat offenbar einen Nerv getroffen. Wie das Kraftfahrtbundesamt meldet, haben ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Regelung schon rund 27.000 Autofahrer die Fahrerlaubnis für Leichtkrafträder erworben. Außerdem berichtet das Kraftfahrtbundesamt von...

 
mehr... Red.
Tesla war fast pleite
....Seite 5 

Tesla-Chef Elon Musk hat freimütig zugegeben, dass es gar nicht lange her ist, dass Tesla beinahe Pleite gegangen wäre. Musk hat via Twitter geschrieben, dass der Konzern insbesondere wegen des Model 3 zwischenzeitlich „nur einen Monat vor der Pleite stand“. Musk berichtet in dem Tweet von „Stress...

 
mehr... Red.
Ersetzt digitale Technik den Kfz-Sachverständigen?
....Seite 5 

Die DEKRA hat eine Pilotstudie mit zwei Fahrzeug-Scannern von ProovStation gestartet. Sie sollen jetzt „unter den Anforderungen des Alltagsgeschäfts“ getestet werden. Eine Station wird in einem Fahrzeuglogistik-Terminal in den Niederlanden installiert, die zweite Station im DEKRA-Bildungscampus in...

 
mehr... Red.
Alternative Wasserstoff: Neue Modell-Generation des Toyota Mirai
....Seite 5 

Die nächste Mirai-Generation geht an den Start. Dank seines neu konstruierten Brennstoffzellensystems und einer effizienteren Aerodynamik ermöglicht der neue Mirai eine Gesamtreichweite von rund 650 Kilometern. Mit mehr Motorleistung, mehr Fassungsvermögen der Wasserstofftanks und besserer...

 
mehr... Red.
BGH-Urteil: Durchgerosteter Auspuff ist bei älteren Gebrauchtwagen kein Sachmangel
....Seite 6 

Ein durchgerosteter Auspuff ist bei einem älteren Gebrauchtwagen kein Grund, vom Kauf zurückzutreten. Gewöhnlicher Verschleiß sei kein Sachmangel, bekräftigte der BGH in Karlsruhe in einem Urteil vom 9.9.2020 (Az.: VIII ZR 150/18). Das gelte auch dann, so die Richter, wenn sich daraus durch weitere...

 
mehr... Red.
BGH: Abrechnung auf Neuwagenbasis nur bei neuem Wagen
....Seite 6 

Wer nach einem Unfall den Preis für einen Neuwagen ersetzt haben möchte, der muss auch einen Neuwagen kaufen. Anderenfalls werden nur die Reparaturkosten ersetzt. Das hat der BGH in einer neuen Entscheidung noch einmal klargestellt. (Az.: VI ZR 271/19). In 2017 hatte der Kläger sich für 37.000 €...

 
mehr... Red.
Wettbewerbszentrale mahnt: Nicht mit „Gerichtsgutachten“ werben
....Seite 6 

Ein Sachverständiger hatte in einer Schaufensterwerbung für seine Dienstleistungen geworben, berichtet die Wettbewerbszentrale, und in die- sem Zusammenhang neben „Wertschätzungen“ und „Schadensgutachten“ auch Gerichtsgutachten wie folgt angeboten: „Gerichtsgutachten Kfz-Wertschätzungen Schaden...

 
mehr... Red.

Technik

Skoda Enyaq 50 iV / Opel Mokka-e
....Seite 7 

 

 
Red.

Sachverständigenwesen

Chassis Control Systems – Ein Blick in die Zukunft
....Seite 9 

Die Wert- und Funktionalitätssteigerung der Fahrzeuge sowie die Differenzierung zwischen den Herstellern und Modellen werden im Wesentlichen durch den vermehrten Einsatz von elektronischen (Regel-)Systemen einschließlich deren Komponenten erreicht. Dieser Trend erfährt ständig weitere...

 
mehr... Dr.-Ing. Ralf Leiter, Mobica GmbH
Der Sachverständige im Spannungsfeld der Interessenlagen
....Seite 20 

„Geld stinkt nicht“, heißt es schon seit fast 2.000 Jahren. Dieser bekannte Ausspruch gehört zur Erhebung einer Toilettensteuer in Rom. Aber auch heute macht man immer wieder die Erfahrung, „wenn‘s ums Geld geht, ist jedes Mittel recht“, selbst wenn dabei jede Achtung auf der Strecke bleiben sollte....

 
mehr... Christian Hoffmann, Kfz-Sachverständiger, Bad Salzuflen
Vermögensbildung zugunsten der Arbeitnehmer des Kfz-Sachverständigen
....Seite 23 

Arbeitnehmer, die sich mit ihrem Betrieb identifizieren, leisten in der Regel mehr als unmotivierte Mitarbeiter. Eine höhere betriebliche Identifikation erreicht der Arbeitgeber durch vermögenswirksame Maßnahmen zugunsten seiner Arbeitnehmer. Und die wird auch noch staatlich gefördert. Dabei muss...

 
mehr... Dipl.-Vw. Dr. Hans-Ludwig Dornbusch, St. Augustin

Recht

Der Kfz-Sachverständige und die Gewerbesteuer
....Seite 25 

Als einschlägige Norm ist in diesem Zusammenhang § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG zu nennen. Demnach gehören zu den freiberuflichen Tätigkeiten die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der...

 
mehr... Philipp Schloßhauer, Referent für Recht und Wirtschaft beim BVSK
Corona-bedingte Fahrzeugreinigungskosten – Erste Entscheidungen und Fakten
....Seite 27 

Nachdem Corona-bedingte Fahrzeugreinigungs- bzw. Desinfektionskosten in der Anfangsphase der Corona-Pandemie – etwa von März bis Mai 2020 – zwar zögerlich, aber im Einzelnen durch gegnerische Haftpflicht- und Kaskoversicherungen in angemessener Höhe bezahlt wurden, veränderte sich – wie üblich – das...

 
mehr... Jochen Pamer, Rechtsanwalt, Roth
Vorschadenprobleme nehmen zu
....Seite 30 

Nicht zuletzt aufgrund des Datenaustausches der Kfz-Versicherer und vor allem der Kfz-Haftpflichtversicherer mit der informa HI S GmbH erhalten die Kfz-Versicherer immer häufiger Informationen über Vorschäden am versicherten Fahrzeug oder eben am Fahrzeug von Geschädigten, die...

 
mehr... Jochen Pamer, Rechtsanwalt, Roth

Rechtsprechung

Rechtsprechungsreport
....Seite 32 

Ablehnung wegen Besorgnis der Befangenheit erfolgreich bei Vorwurf der Lüge des Sachverständigen gegenüber Partei OLG Brandenburg, Beschluss vom 29.6.2020 – 11 W 13/20 Erklärt der gerichtlich bestellte Sachverständige, dass er die Mitteilung des Klägers, dass dieser ein Einladungsschreiben nicht...

 
mehr... Ausgewählt von Dr. Felix Lehmann, Vorsitzender Richter am LG Kiel

Fachliteratur

Buchtipps
....Seite 39 

Roland Krause, Johann Meyer, Steffen Mißbach, Philip Puls, Bernd Rimpl, Mathias Rüdel (Herausgeber) waS ist wie bei Begutachtung – Zulassung – Überwachung – Betrieb von Fahrzeugen Kirschbaum Verlag Bonn, 2020, Loseblattsammlung, 1200 S., ISBN 978-3-7812-2054-6; 159,00 €

 
Red.

Veranstaltungen

Veranstaltungen
....Seite 40 


 
Red.

Der Kfz-Sachverständige und die Gewerbesteuer

Philipp Schloßhauer, Referent für Recht und Wirtschaft beim BVSK

Häufiger stellt sich die Frage, warum der Kfz-Sachverständige Gewerbesteuer entrichten muss. Pauschal kann keine verbindliche Aussage darüber getroffen werden, wie die Tätigkeit des Sachverständigen zuzuordnen ist.

Als einschlägige Norm ist in diesem Zusammenhang § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG zu nennen. Demnach gehören zu den freiberuflichen Tätigkeiten die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe. Ein Angehöriger eines freien Berufs im Sinne der Sätze 1 und 2 ist auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient. Voraussetzung ist, dass er aufgrund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird.

Der Kfz-Sachverständige wird von § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG nicht ausdrücklich erfasst. Es besteht lediglich die Möglichkeit der Auslegung, wie die Arbeitsweise des eigenen Betriebs ausgelegt ist.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Sachverständigentätigkeit unter die freiberuflichen Tätigkeiten fällt, ist größer, wenn der Büroinhaber selbst eine Ausbildung mit Abschluss als Ingenieur hat. Der Beruf des Ingenieurs findet sich im Gegensatz zu dem des Kfz-Meisters ausdrücklich in der Norm. Für Letzteren sollte es in der Regel schwerer sein, eine freischaffende wissenschaftliche Tätigkeit nachzuweisen.

In seinem Urteil vom 14.05.2019 stellt der Bundesfinanzhof (BFH, AZ: VIII R35/16) fest, dass Prüfingenieure, die Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen durchführen, eine freiberufliche Tätigkeit im Sinne des o.g. § 18 EStG ausüben. Weiter führt der BFH in seinen Leitsätzen aus, dass für die Freiberuflichkeit die Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte nicht entgegensteht, wenn der Büroinhaber weiterhin leitend und eigenverantwortlich im Sinne des § 18 Abs.1 Nr.1 S.3 EStG tätig ist. Es fehle jedoch an einer Eigenverantwortlichkeit, wenn angestellte Prüfingenieure eigenständig Hauptuntersuchungen durchführen und dabei lediglich stichprobenartig überwacht werden.

Damit bestätigte der BFH das Urteil des Sächsischen Finanzgerichts (Urteil vom 24.02.2016, AZ: 2 K 1479/15) und wies die Revision der Klägerin als unbegründet zurück. Diese ist Gesellschafterin einer GbR auf dem Gebiet der Erstellung von Beweissicherungsgutachten und Bewertung von Kraftfahrzeugen und beschäftigt drei weitere Prüfingenieure. Das Sächsische Finanzgericht stellte fest, dass die Einkünfte der GbR als gewerblich einzustufen sind. Die freischaffende Tätigkeit wurde hier verneint, weil die überwiegende Anzahl der im Betrieb erstellten Hauptuntersuchungen und Gutachten durch die Mitarbeiter des Betriebs vorgenommen wurden. Die Durchführung von nur knapp 15% der Untersuchungen und Gutachten durch den Büroinhaber selbst rechtfertige keine leitende und eigenverantwortliche Tätigkeit im Sinne des § 18 EStG und sei folglich als Gewerbebetrieb zu qualifizieren.

„Die Gesellschafter der Klägerin waren in Bezug auf die durch die angestellten Prüfingenieure durchgeführten Hauptuntersuchungen und sonstigen Prüftätigkeiten nicht eigenverantwortlich tätig. (...) Eine Personengesellschaft entfaltet nur dann eine Tätigkeit, die die Ausübung eines freien Berufs i.S. von § 18 EStG darstellt, wenn sämtliche Gesellschafter die Merkmale eines freien Berufs erfüllen.1 Der freiberuflichen Tätigkeit eines Berufsträgers steht die Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte nicht entgegen (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Allerdings ist diese nur unschädlich, wenn die persönliche Teilnahme des Berufsträgers an der praktischen Arbeit in ausreichendem Umfang gewährleistet ist.2 (...)

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe 01/2021.

14.01.2021

E-Auto aus China bei ADAC-Test durchgefallen

Ein neues E-Auto für knapp über 10.000 Euro: Was auf den ersten Blick attraktiv klingt, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als großes Sicherheitsrisiko. Das ist das Ergebnis eines Checks sowie eines Crashtests des Suda SA01...

13.01.2021

17 E-Pkw müssen sich einen Ladepunkt teilen

Sorgenkind für den Ausbau der Elektromobilität bleibt die Ladeinfrastruktur. Laut Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland aktuell 34.056 öffentlich zugängliche Ladepunkte (Stand: 6. Januar 2020). Bei einem Bestand von rund...

29.12.2020

Bei der Größe geschummelt

Wer sich auf die Angaben der Hersteller bei der Kofferraumgröße verlässt, erlebt mitunter eine böse Überraschung, so der ADAC. Denn viele Marken runden die Volumenangabe großzügig nach oben auf.  Besonders auffällig seien...

Vorbereitungsseminar - BVSK Aufnahmeprüfung - Zertifizierung

Termin:  26.01.21 8:30 bis 29.01.21 16:30
Veranstaltungsort:  Kottenheim
Veranstalter:  AWG mbH

Moderne Arbeitsmittel des Kfz-Sachverständigen - Grundlagenseminar

Termin:  05.02.21 8:30 bis 16:30
Veranstaltungsort:  Kottenheim
Veranstalter:  AWG mbH

Hybridantriebe Modul I - Grundlagenseminar

Termin:  19.02.21 8:30 bis 16:30
Veranstaltungsort:  Kottenheim
Veranstalter:  AWG mbH
17.07.2020

Das weltweit größte Verkehrsexperiment

Die tragischen Bilder von leidenden Menschen aus China, Italien und Spanien veranlassten viele Regierungen weltweit, eine Ausgangs- und Kontaktsperre zu verordnen. Unsere Regierung hat uns so die notwendige Zeit verschafft, uns...

Von: Dipl.-Ing. (FH) Udo Golka, Sachverständiger, Walzbachtal
18.05.2020

Das Mysterium Reifen: Wie sicher sind verwendete Reifendruckkontrollsysteme (RD KS)?

Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) sind nach UN/ECE R-64 seit 1.11.2014 an allen neu zugelassenen PKW gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem zeigt die Praxis erhebliche Mängel beim Einsatz dieser Systeme, deren Ursachen hauptsächlich...

Von: Dipl.-Ing. (FH) Udo Golka, Sachverständiger, Walzbachtal
20.11.2020

Der richtige Preis für ein Wohnmobil

Beweisbeschluss des OLG Stuttgart

Von: Bernhard Jaksch, Kfz-Sachverständiger, Bretten
14.09.2020

Schäden am Kfz durch leckende Kälber

Gutachten zur Beweiserhebung vor dem AG

Von: Dr.-Ing. Christian Teubert, Kfz-Sachverständiger, Berlin

Ein-/Ausblenden

Interesse an einem Abonnement?

Hier finden Sie alle Informationen zu

  • einem Jahres-abonnement mit Prämie

  • einem Kennenlern-Abonnement

    sowie

  • der Zusendung eines kostenlosen Probeheftes

Ihr Ansprechpartner

Ein-/Ausblenden

Waldemar Buczek

Tel.: (0221) 97668-333
Fax: (0221) 97668-344