15.04.2014

Bewertung von Ferienwohnungen

Von: Ina Viebrok-Hörmann

In der Immobilienwertermittlungsverordnung wird das Vergleichswertverfahren als erstes der normierten Bewertungsverfahren genannt, was auf die Einschätzung als zu bevorzugendes Verfahren schließen lässt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Verfahren nach der Art des Wertermittlungsobjekts unter Berücksichtigung der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr bestehenden Gepflogenheiten und der sonstigen Umstände des Einzelfalls, insbesondere der zur Verfügung stehenden Daten, zu wählen sind. Die Verfügbarkeit von Daten erweist sich dabei sehr häufig als erhebliches Problem, weil eine ausreichende Anzahl von Kauffällen vergleichbarer Objekte in den Kaufpreissammlungen der jeweiligen Gutachterausschüsse nicht vorhanden ist und die Daten aus vergleichbaren Regionen nur mit viel Aufwand zu beschaffen und an das Bewertungsobjekt anzupassen sind. Ferienwohnungen werden daher häufig mit einem der anderen Verfahren bewertet. Da diese Immobilienart als typisches Renditeobjekt einzustufen ist, bei dem die Ertragsmöglichkeiten im gewöhnlichen Geschäftsverkehr das preisbestimmende Element darstellen, stellt das Ertragswertverfahren das den Gepflogenheiten des Geschäftsverkehrs entsprechende Verfahren dar.

In diesem Marktsegment gibt es ein weites Spektrum an Angeboten: Neben Ferienwohnungen in Privathäusern gibt es Wohnanlagen in überwiegend kommerzieller Vermarktung. Grundsätzlich hängt die Marktgängigkeit von Faktoren wie Bewerbung, örtliche Lage, Ausstattung, Übernachtungspreis und Saison ab. Gerade bei kleinen, privat
geführten Objekten spielt aber wie bei anderen Betreiberimmobilien auch, das persönliche Geschick der Vermieter eine Rolle, während bei den großen, kommerziell geführten Anlagen persönliche Aspekte keine bzw. eine untergeordnete Bedeutung haben.

Hier erhalten Sie den Fachbeitrag als PDF-Datei. 

Download