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Bau Immobilien
29.06.2020

Branchenstimmung ist so schlecht wie nie

Von: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Die Corona-Krise ist auf dem Immobilienmarkt voll eingeschlagen. Das Immobilienklima erreichte im zweiten Quartal dieses Jahres ein Allzeittief. Zudem rechnen die Unternehmen auch für die kommenden zwölf Monate mit einer weiteren Verschlechterung der Lage, wie die jüngste Befragung des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex zeigt. Vermieter von Büros und Ladenlokalen kämpfen besonders mit Mietstundungen.

Das Geschäftsklima im Immobilienmarkt hat ein Allzeittief erreicht. Der jüngsten Befragung des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex zufolge beurteilt die Branche im zweiten Quartal 2020 ihre Geschäftslage nur noch mit 30 von 100 möglichen Punkten – der bisherige Tiefstand lag im Vorjahresquartal bei 72. Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind mit vier vergebenen Punkten sehr schlecht. Insgesamt erreicht das Immobilienklima, das die aktuelle Lage und Erwartungen zusammenfasst, nur noch knapp 17 von 100 Punkten. „Auf dem Immobilienmarkt wird immer offensichtlicher, welchen wirtschaftlichen Schaden die Corona-Krise angerichtet hat“, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. Befragt wurden Geschäftsführer und leitende Angestellte von 117 Immobilienunternehmen.

Mietstundungen belasten Einzelhandelsvermieter

Besonders sind der Büromarkt und der Einzelhandel von der Krise betroffen. Auf dem Büromarkt brach die Bewertung der Geschäftslage auf 27 Punkte ein. Angesichts voraussichtlich fallender Mieten und Preise rechnet die Mehrheit der befragten Unternehmer zudem mit einer weiteren Verschlechterung der Lage. Dazu trägt auch bei, dass die Büronachfrage dauerhaft niedrig bleiben könnte, weil die Arbeitnehmer darauf drängen, mehr im Homeoffice zu arbeiten.

Auch den Handel traf die Corona-Krise hart. Einzelhändler konnten wochenlang ihre Läden nicht öffnen, einige haben bereits Insolvenz angemeldet. Das geht auch an den Ladenvermietern nicht spurlos vorbei: Über ein Drittel ist stark von sinkenden Umsätzen betroffen. Obwohl die Läden wieder offen haben, blickt die Immobilienbranche im Handelssegment pessimistisch in die Zukunft. 60 Prozent erwarten fallende Mieten, 72 Prozent sogar fallende Preise.

Beide Segmente – Büro und Handel – haben darüber hinaus mit Mietausfällen zu kämpfen. Die Bundesregierung erlaubt derzeit, Mietzahlungen bis zu zwei Jahre lang auszusetzen, ohne dass der Vermieter dadurch dem Mieter kündigen darf. Alle befragten Einzelhandelsvermieter gaben an, dass sie von Mietstundungen betroffen sind, knapp ein Viertel davon stark. Die Bürovermieter erleben ebenfalls viele Stundungen – ein Viertel sind davon stark betroffen, weitere 62 Prozent schwach.

Wohnungsmarkt bleibt stabil

Wohnungsmieten reagieren im Gegensatz zu Gewerbeimmobilien in der Regel kaum auf konjunkturelle Einbrüche. Nur knapp zwei Prozent der befragten Firmen erleben hohe Mietausfälle. Lediglich acht Prozent der in diesem Segment tätigen Unternehmen schätzen die Lage als schlecht ein. Wohnungen in großen Städten sind nach wie vor knapp, weswegen dieses Segment wohl glimpflich aus der Krise kommen wird. Davon profitieren auch Projektentwickler.

Pressemitteilung vom 25.06.2020



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