20.08.2021

Registerzensus

Das Gesetz zur Erprobung von Verfahren eines Registerzensus und zur Änderung statistikrechtlicher Vorschriften wurde im Bundesgesetzblatt verkündet.

Das Gesetz schafft die rechtlichen Voraussetzungen für die Erprobung von Verfahren für die künftige registerbasierte Ermittlung der Bevölkerungszahlen. Die Daten des Zensus 2022 sollen genutzt werden, um den Test der Methodik insbesondere in den Bereichen der Qualitätssicherung und der zuverlässigen Zuordnung von Daten aus unterschiedlichen Datenbeständen wirtschaftlich und möglichst belastungsarm durchführen zu können. Durch den Registerzensus sollen zusätzliche Befragungen vermieden und die für die Vorbereitungen benötigten Aufwände reduziert werden. Zudem regelt das Gesetz die Nutzung von Daten des Zensus 2022 für den Aufbau eines statistischen Einrichtungsregisters, zur Erfüllung künftiger Lieferverpflichtungen, Untersuchungen zur Nutzung von Fernerkundungsdaten zur Ermittlung von Gebäude- und Wohnungsmerkmalen sowie die Weiterentwicklung des Anschriftenregisters.

Ferner können auf der Grundlage des Gesetzes hilfs- und übergangsweise ab dem Jahr 2024 geokodierte Bevölkerungszahlen aus einer Kombination der Bevölkerungsfortschreibung mit jährlichen Melderegisterauszügen geschätzt werden. Damit kann eine georeferenzierte Bevölkerungszählung – wie voraussichtlich ab 2024 von der Europäischen Union gefordert – künftig jährlich statt bislang zehnjährlich und ohne einen vollständigen Zensus durchgeführt werden.

Weiterführende Hinweise:

BR-Drs. 140/21 (Gesetzentwurf)

BGBl. I, Nr. 31, S. 1649 (Gesetz)