20.08.2019

Reform der Psychotherapeutenausbildung

Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapeutenausbildung vorgelegt.

Hintergrund
Der Psychotherapie kommt im Rahmen der Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert eine wichtige Bedeutung zu, so die Bundesregierung. Das derzeitige Psychotherapeutengesetz, das die Ausbildungen in der Psychologischen Psychotherapie und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie regelt, stammt aus dem Jahr 1998 und werde den Ansprüchen an eine moderne psychotherapeutische Versorgung nicht mehr in vollem Umfang gerecht. Die Novellierung der Ausbildung und ihre strukturelle Neuausrichtung seien unverzichtbar, um auch künftig eine qualitativ hochwertige und an den aktuellen und absehbaren Bedürfnissen ausgerichtete Versorgung sicherzustellen.
Mit dem Gesetz sollen Patientinnen und Patienten, die einer psychotherapeutischen Behandlung bedürfen, eine qualifizierte, patientenorientierte, bedarfsgerechte und flächendeckende psychotherapeutische Versorgung auf dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Verfügung gestellt werden. Um dies zu erreichen, soll der Zugang zum Beruf der Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten einheitlicher, für alle gleich und noch attraktiver gestaltet werden. Dabei sollen die veränderten Strukturen in der Hochschulausbildung und ihre Auswirkungen auf die Zugangsvoraussetzungen sowie die steigenden Anforderungen an die psychotherapeutische Tätigkeit berücksichtigt werden.
Wesentlicher Inhalt
Mit dem Gesetz soll die Psychotherapeutenausbildung in Form eines wissenschaftlichen Masterstudiums neu geregelt werden. Eine Weiterbildung, die der Sicherung der Qualität der psychotherapeutischen Berufsausübung dient, soll sich an das Studium anschließen.
Der neue Ausbildungsweg sieht ein fünfjähriges Hochschulstudium vor. Es ist Voraussetzung für die Erteilung der Approbation, mit der wiederum der Zugang zum Beruf der Psychotherapeutin oder des Psychotherapeuten eröffnet wird. Neben psychologischen Inhalten können weitere Bezugswissenschaften in das Studium integriert werden, wodurch eine verfahrensbreite und altersspannenübergreifende psychotherapeutische Qualifikation ermöglicht werden soll. Am Ende des Studiums soll mit der psychotherapeutischen Prüfung eine staatliche Prüfung stehen, die bundeseinheitlich der Feststellung dienen soll, dass jeder einzelne Berufsangehörige zur selbständigen und eigenverantwortlichen Patientenbehandlung in der Lage ist.
Weiterführende Hinweise:
BR-Drs. 98/19(neu)