23.03.2020

Adoptionshilfe

Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Hilfen für Familienbei Adoption (Adoptionshilfe-Gesetz) vorgelegt.

Hintergrund
Mit dem Gesetz will die Bundesregierung auf gewandelte Wertevorstellungen in den letzten Jahrzehnten, ein vielfältigeres Familienbild und neue Erkenntnisse aus der Forschung die gesetzlichen Regelungen entsprechend den Bedürfnissen der Familien und der gelebten Adoptionsvermittlungspraxis anpassen. Insbesondere das Thema Offenheit von Adoptionen durch den Wunsch nach mehr Informationsaustausch und Kontakt der Beteiligten sowie Fragen nach der Herkunft von Adoptivkindern haben an Bedeutung gewonnen, so die Bundesregierung. Um das Gelingen von Adoptionen zu fördern und damit das Wohl der Kinder zu sichern, bedürfe es stabiler Strukturen in der Adoptionsvermittlung und ihrer Stärkung. Bei Stiefkindadoptionen müsse eine frühzeitige Beratung sichergestellt sein, damit eine Adoption nicht aus sachfremden Motiven erfolge. Ein Informationsaustausch oder Kontakt zwischen Adoptivfamilie und Herkunftseltern mit dem Einverständnis aller Beteiligten könne den Adoptivkindern helfen, eine gefestigte Persönlichkeit zu entwickeln und das Adoptiertsein gut in ihr Selbstbild zu integrieren. Auch den Herkunftseltern könne dies bei der Verarbeitung und Akzeptanz ihrer Entscheidung zur Freigabe des Kindes helfen.
Wesentlicher Inhalt
Bessere Unterstützung
Alle an einer Adoption Beteiligten sollen vor, während und nach einer Adoption besser unterstützt werden. Dafür soll ein Rechtsanspruch auf nachgehende Begleitung sowie bei Stiefkindadoptionen eine verpflichtende Beratung aller Beteiligten durch eine Adoptionsvermittlungsstelle vor Ausspruch der Adoption eingeführt werden. Ein offenerer Umgang mit der Adoption in der Adoptivfamilie soll gefördert werden. Die Adoptionsvermittlungsstellen haben die Aufgabe, auf eine altersentsprechende Aufklärung des Kindes über die Adoption von Anfang an hinzuwirken.
Informationsaustausch zwischen Adoptiv- und Herkunftseltern
Darüber hinaus sollen die Adoptionsvermittlungsstellen mit den Herkunftseltern und den Adoptiveltern vor Beginn der Adoptionspflege erörtern, ob und wie ein Informationsaustausch oder Kontakt zwischen ihnen im Sinne des Kindeswohls stattfinden kann. Diese Erörterung soll mit Einverständnis aller Beteiligten in angemessenen Zeitabständen wiederholt werden.
Recht auf Informationszugang für die Herkunftseltern
Die Herkunftseltern sollen in ihren Belangen gestärkt werden, indem sie ein Recht auf Zugang zu Informationen über das Kind erhalten, welche die Adoptiveltern freiwillig und zum Zweck der Weitergabe an die Herkunftseltern an die Adoptionsvermittlungsstelle übermittelt haben.
Auslandsadoptionen
Unbegleitete Auslandsadoptionen sollen untersagt werden. Auslandsadoptionen sollen immer durch eine Adoptionsvermittlungsstelle vermittelt werden. Damit wird gewährleistet, so die Gesetzesbegründung, dass besondere Schutzstandards eingehalten werden. Darüber hinaus soll ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren für ausländische Adoptionsbeschlüsse für Rechtssicherheit und Rechtsklarheit sorgen. Die Anerkennung einer unbegleiteten Adoption soll nicht möglich sein, es sei denn, sie ist für das Kindeswohl erforderlich.
Weiterführende Hinweise:
BR-Drs. 575/19