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Liebe Leserinnen und Leser,

Editorial

die Pandemie prägt weiterhin wesentliche Bereiche unseres Alltags. Sie stellt uns in vielfältiger Hinsicht vor immer neue Herausforderungen. Die laufenden Impfungen wecken Hoffnungen auf eine Entspannung der Situation, werfen aber auch neue Fragen auf. Der BGT e.V. hat im Dezember 2020 eine Information zu betreuungsrechtlichen Fragen der Corona-Impfungen veröffentlicht, die unter der Rubrik BGT informiert abgedruckt ist. Dort findet sich auch ein Bericht über den ersten BGT-Talk, der sich Anfang März mit Fragen rund um die Corona-Impfungen befasst hat. Die Pandemie ist auch Thema des Beitrags von Michaela Allgeier, die sich der Frage widmet, wie Menschen mit Demenz diese Zeit erleben. Die Autorin zeigt auf, wie wichtig neben Aktivitäten zur Optimierung von Versorgungsstrukturen auch eine angemessene Form der Kommunikation ist, um die betroffenen Menschen in dieser besonderen Situation mitzunehmen und ihnen Ängste zu nehmen. Zudem betont sie die Bedeutung sozialer Kontakte vor dem Hintergrund von Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen. Auch der Beitrag von Sebastian Ritzi und Thomas Klie befasst sich mit Menschen mit Demenz und nimmt eine kritische Bestandsaufnahme freiheitsentziehender Maßnahmen im Krankenhaus aus pflegefachlicher und juristischer Perspektive vor. Zunächst geben die beiden Autoren einen Überblick über die aktuelle Situation, bevor sie sich im Weiteren den Faktoren für die Anwendung von freiheitsentziehenden Maßnahmen im Akutkrankenhaus zuwenden. Die weiteren Beiträge widmen sich dem Rollen- und Selbstverständnis von Menschen mit rechtlicher Betreuung und Betreuerinnen und -betreuern. So erörtert Jana Offergeld in ihrem Beitrag die Frage, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten und rechtlicher Betreuung ihre Situation erleben. Sie berichtet von einer Promotionsstudie, die sich im Rahmen eines partizipativen Forschungsdesigns insbesondere mit der Wahrnehmung der eigenen Selbstbestimmungsmöglichkeiten von Menschen mit Lernschwierigkeiten und ihren Kenntnissen über den eigenen rechtlichen Status befasst hat. Der Beitrag von Thorsten Gerdes behandelt die Rolle des rechtlichen Betreuers im Strafverfahren. Der Autor nimmt hierbei wichtige Fragen zur strafprozessualen Rollenverteilung zwischen rechtlichem Betreuer einerseits und dem Strafverteidiger anderseits in den Blick und sensibilisiert für die spezifischen Problemstellungen in einem Strafverfahren. Michael Krüger stellt in seinem Beitrag seine Ideen zu Veränderungen der betreuungsrechtlichen Praxis unter anderem vor dem Hintergrund der Betreuungsrechtsreform vor und stellt sich die Frage, welche Perspektiven sich daraus ergeben können. Der Autor setzt sich hierbei mit den vielfältigen Aspekten der Betreuungsarbeit auseinander. Zum Zeitpunkt, da Sie diese Zeilen lesen, ist das Gesetz zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts, welches am 5. März 2021 vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde, auch vom Bundesrat angenommen worden und steht somit kurz vor der Verkündung. Den damit verbundenen Fragestellungen wird sich die BtPrax in den nächsten Ausgaben widmen. Eine interessante und abwechslungsreiche Lektüre wünscht Torsten Joecker
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 2 / 2021 auf Seite: 41
Torsten Joecker