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Ist Suizidbeihilfe bald auch eine Aufgabe des Betreuers? – Der Betreuer zwischen Suizidverhinderung und Suizidunterstützung

Aufsätze

Der Betreuer hat den Wünschen des Betreuten zu entsprechen. Dieser Leitgedanke des Betreuungsrechts erfährt durch dessen inzwischen beschlossene Reform noch einmal eine klare Stärkung. Was aber gilt, wenn der Wunsch des Betreuten der Wunsch nach Selbsttötung und Unterstützung hierbei ist? Hat der Betreuer auch diesen Wunsch zu unterstützen? Intuitiv könnte man als Antwort erwarten, dass der Betreuer einen Suizid zu verhindern habe, er den Betreuten also vor dieser selbstschädigenden Handlung bewahren müsste. Oder weiter gedacht: Kommt ihm nicht sogar eine Pflicht zur Verhinderung eines Suizids zu? Die Trennlinie für die Abgrenzung einer straflosen Beihilfe zum Suizid und einer strafbaren (Mitwirkungs-)Handlung liegt bei der Freiverantwortlichkeit des Suizidentschlusses und schließlich bei der eigenverantwortlichen Umsetzung durch den Suizidenten selbst. Welche Bedeutung kommt der Freiverantwortlichkeit im Verhältnis zwischen Betreutem und Betreuer zu? Wenn der Betreute ein Recht auf einen selbstbestimmten Tod hat, folgt hieraus nicht die Unterstützung bei der Wahrnehmung dieses Selbstbestimmungsrechts als Aufgabe des Betreuers?
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 3 / 2021 auf Seite: 92
Prof. Dr. Tanja Henking