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Familie Betreuung Soziales

Entscheidungsdilemma – Gelassenheit im Betreuungsverhältnis

Aufsätze

Der Aufsatz bietet eine Entscheidungshilfe für das Casemanagement im Betreuungsverhältnis von Angehörigen in der häuslichen Pflege von Menschen mit Demenz (MmD) aus der Sicht der Gelassenheitsförderung. In Anbetracht der Verhältnismäßigkeit von Mitteln zur Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) werden Aspekte der Belastungs- und Gewaltprävention im Beziehungsgefüge des Pflege- und Betreuungsarrangements für alle Parteien fachlich primär als interdisziplinäre Aufgabe für das Ausloten von Schutzrechten des Menschen und der Person bewertet.

I. Hinführung

In diesem Aufsatz geht es um die Analyse von Alltagskonflikten und den Bedarfen zur Für- und Selbstsorge aus Sicht der Angehörigen, um Gelassenheit zu bewahren, Stress zu moderieren und Schutzrechte im häuslichen Bereich für jede Partei zur Geltung zu bringen. Es werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, um niederschwellig die Zusammenarbeit von Fachkräften und Laien in der personenbezogenen Betreuung zu begleiten. Auf Basis der zentralen Ergebnisse der interdisziplinär und partizipativ angelegten Begleitforschung der TH Köln zum Projekt „Gelassen – nicht alleine lassen“ wird zunächst Gelassenheit als Selbststeuerungskompetenz thematisiert. Die wesentlichen Erkenntnisse aus den Projekt-Workshops ergeben einen Überblick über Strategien der Selbsthilfe, Inanspruchnahme von Hilfen und Alltagsprobleme der Angehörigen. Danach wird die aktuelle fachliche Diskussion um die Durchsetzung von Schutzrechten im Versorgungssystem im häuslichen Bereich dargelegt, um das Potenzial zur Vermeidung von FEM aus der Praxis zu beschreiben. Anhand eines realen Fallbeispiels wird mit multimethodischer Perspektive ein Beobachtungs-Tool für die Verständigung und das Verständnis von eskalierenden sozialen und mentalen Konflikten im Pflege- und Betreuungsverhältnis vorgestellt, worauf sich passgenaue Schutzmaßnahmen ableiten lassen. Das abschließende Fazit enthält einen Ausblick zur Anpassung und Erweiterung von Unterstützungs- und Präventionsmaßnahmen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und Bildung.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 3 / 2020 auf Seite: 90
Christine Kabst