ThemenübersichtMenü
Betrifft-Unternehmen
15.03.2020

Compliance im Wettbewerb – ein Zielkonflikt für die Unternehmen?

Von: Prof. Dr. Edda Müller

Nicht selten werden Compliance-Management-Systeme als ein Störfaktor oder gar Verhinderer von Geschäften angesehen. Doch bemühen sich immer mehr Unternehmen darum, die Compliance-Lösungen so zu gestalten, dass sie gerade ethisch saubere Geschäfte erst einmal ermöglichen. Oft stellt sich daher die Frage, wie die richtige Balance zwischen dem originären Ziel eines Unternehmens – dem Streben nach Gewinn – und dem ethischen Handeln gefunden werden kann. Dabei müssen zwingend der breite Hintergrund und die herrschenden Umstände berücksichtigt werden. Dabei steht oft Korruptionsprävention im Vordergrund. Der „Missbrauch anvertrauter Macht zum eigenen Vorteil oder Nutzen“ – so definiert Transparency Deutschland Korruption – wird von weiten Teilen der Gesellschaft nicht mehr länger als Kavaliersdelikt angesehen. Erfolgreiche Unternehmen, auskömmliche Löhne und sichere Arbeitsplätze sind wesentliche Eckpfeiler eines zufriedenen Gemeinwesens. Das Umgekehrte ist aber auch richtig und wird von Wirtschaftsvertretern nicht selten unterschätzt. Ein friedliches Gemeinwesen sowie leistungsfähige staatliche Institutionen sind die Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmen und eine stabile, erfolgreiche Volkswirtschaft. Die eine Seite kann nicht ohne die andere. Unternehmen brauchen, um mittel- und langfristig erfolgreich zu sein, in den Ländern, in denen sie tätig sind, förderliche Strukturen. Dazu gehören gut ausgebildete Fachkräfte, ein leistungsstarker Bildungs- und Wissenschaftssektor, eine gut funktionierende Infrastruktur sowie eine gesunde und lebenswerte Umwelt. Sie brauchen vor allem gesellschaftliche Stabilität und Frieden sowie einen funktionierenden Rechtsstaat, der vor Willkür, Kriminalität und Machtmissbrauch schützt.
Seit nunmehr 24 Jahren liefert der von Transparency International jährlich veröffentlichte Korruptionswahrnehmungsindex - CPI - den empirischen Beweis für den Zusammenhang des Grades der Korruption in einem Land und guter bzw. schlechter Regierungsführung. Er zeigt immer wieder eine eindeutige Korrelation zwischen Ländern, in denen militärische und gesellschaftliche Konflikte an der Tagesordnung sind, der schlechten sozialen und wirtschaftlichen Lage dieser Länder, dem Korruptionsniveau sowie dem Fehlen ausreichend rechtsstaatlicher Strukturen. Denn Korruption ist sowohl Ursache als auch Resultat schlechter Regierungsführung. Unser CPI gilt daher nicht zuletzt auch als Indikator zur Einschätzung der Investitionsund Wirtschaftsrisiken in einzelnen Ländern. Was haben diese Erörterungen mit dem eigentlichen Thema zu tun – dem Zielkonflikt zwischen Compliance im Interesse einer mittel- und langfristigen erfolgreichen Unternehmensentwicklung und dem kurzfristigen Erfolg im nationalen, europäischen und weltweiten Wettbewerb? Es wird hier belegt, dass verbindliche Regulierungen nicht etwa im Widerspruch zu den Interessen der Unternehmen stehen, sondern deren Realisierung erst ermöglichen und sicherstellen. Erläutert wird diese Behauptung anhand von 5 Thesen.

Laden Sie den Beitrag aus Comply 4/2019 herunter, um ihn zu lesen.



Unser Tipp:

Ein-/Ausblenden

Handbuch Unternehmensbewertung

Anlässe - Methoden - Branchen - Rechnungslegung - Rechtsprechung

Bei jedem Anlass richtig bewerten!

Preis: € 154,00

Zum Produkt