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29.08.2010

Accounting Fraud und Risikomanagement

Von: Dr. Corinna Boecker

Manipulationen in der Rechnungslegung werden auch als Accounting Fraud (wörtlich übersetzt: „Rechnungslegungsbetrug“) bezeichnet. Hierzu gehören bewusst vorgenommene falsche Angaben im Jahresabschluss oder im Lagebericht, Fälschungen in der Buchführung oder in deren Grundlagen sowie bewusste Vermögensschädigungen (z.B. Unterschlagungen). Das Risiko solcher Verstöße ist nicht neu, vielfach wird es aber nach wie vor unterschätzt.

Accounting Fraud passiert nicht ‚aus Versehen’, sondern resultiert aus bestimmten Handlungen von Personen, die diese aus einem bestimmten Grund und zu einem bestimmten Zeitpunkt durchführen. Es lassen sich drei Voraussetzungen feststellen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen:

  • Die Täter haben einen besonderen Anreiz bzw. sie verspüren einen besonderen Druck, der sie die Tat begehen lässt (Motivation).

  • Den Tätern bietet sich die Gelegenheit zum unrechtmäßigen Handeln (Gelegenheit).

  • Die persönliche Einstellung der Täter erlaubt es ihnen, den Accounting Fraud tatsächlich zu begehen (innere Rechtfertigung).

Die drei Faktoren bilden gemeinsam das sog. ‚Fraud Triangle’:

Die Prävention von Accounting Fraud sollte in jedem Unternehmen einen großen Stellenwert einnehmen. Hierzu gehört eine Vielzahl von Faktoren. Einer davon stellt ein funktionierendes Risikomanagementsystem dar. Es ist allerdings zu konstatieren, dass es keine allgemein gültige Definition eines Risikomanagementsystems gibt. Vielmehr müssen unternehmensindividuell Organisationsstrukturen eingerichtet und Maßnahmen durchgeführt werden, um Risiken zum einen identifizieren und zum anderen mit diesen umgehen zu können. Nicht immer ist das bestehende System allerdings ausreichend, um der Gefahr von Bilanzmanipulationen wirksam entgegenzutreten. Daher ist es für jedes Unternehmen erforderlich, dem speziellen Risiko Accounting Fraud durch Anpassungen im Risikomanagementsystem zu begegnen. Dies kann bspw. einen Ausbau oder eine Neustrukturierung des bisherigen Systems bedingen.

Die Überwachung und die Fraud-Prüfungen können sowohl durch spezielle unternehmensinterne Abteilungen (bspw. durch die Interne Revision) als auch durch externe Personen (bspw. einen Wirtschaftsprüfer) durchgeführt werden.

Näheres erfahren Sie auch auf unserer Seite zum BilMoG



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