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09.11.2020

Anforderungen für ermäßigten Konzert-Umsatzsteuersatz

© Rüdiger Rebmann/Shotshop.com

Ein Unternehmen bot in mehreren Räumen eines stillgelegten Gebäudeareals Konzerte sowohl regional tätiger als auch international renommierter DJs mit Musik unterschiedlicher Stilrichtungen an (u.a. Techno, House). Im Rahmen der Veranstaltungen wurden auch (gesondert berechnete) Getränke verkauft; der daraus erzielte Erlös überstieg die Umsätze aus dem Verkauf von Eintrittskarten erheblich. Das Finanzamt und ihm folgend das FG Leipzig meinten, dass nicht die Musikaufführungen, sondern der Party- oder Tanzcharakter im Vordergrund stünden. Daher wurde die Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für die Umsätze aus den Eintrittskarten abgelehnt. Der BFH teilte diese Auffassung jedoch nicht (Urteil vom 10.06.2020, Az. V R 16/17).

Die vom Finanzgericht als Indiz für eine bloße Tanzveranstaltung herangezogene Regelmäßigkeit sei ebensowenig wie  das Wertverhältnis der Umsätze von Eintrittskarten und Getränken ein geeignetes Abgrenzugskriterium. Wenn die  Auftritte der DJs  geeignet sind, Besucher anzuziehen spricht dies für die Relevanz der Musik. Dies gilt insbesondere, wenn die 2,5 bis 3 Stunden dauernden Auftritte zwischen 1 und 4 Uhr stattfinden und mit dem Ende des Auftritts auch das Veranstaltungsende naht. Zu prüfen sei im Einzelnen, ob die Auftritte der DJs den eigentlichen Zweck der Veranstaltung bilden und ihr somit das Gepräge geben.



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