22.02.2021

41 Quadratmeter pro Kopf

Von: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Die Deutschen haben immer mehr Platz zum Wohnen. Trotzdem haben manche Gruppen, etwa Menschen mit Migrationshintergrund, viel weniger als andere. Wer wie viel Platz zum Wohnen hat, zeigt ein neues interaktives Tool des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Gerade während des Lockdowns wird besonders deutlich, wie wichtig ausreichend Platz in der Wohnung ist: Arbeitnehmer sitzen im Homeoffice, Kinder brauchen einen Schreibtisch für ihr digitales Klassenzimmer, und am Abend braucht der ein oder andere Zeit für sich. Daten des Sozio-oekonomischen Panels zeigen, dass die Deutschen im Schnitt immer mehr Platz haben. Die Gründe dafür sind vielfältig, beispielsweise ist der Anteil der Einpersonenhaushalte zwischen 1990 und 2018 von 34 Prozent auf 42 Prozent gestiegen. Aber auch Zuwanderung, die alternde Gesellschaft und der Andrang auf die Großstädte verändern den Platzbedarf.

Eigentum lohnt sich

Mit 41 Quadratmetern Wohnfläche pro Kopf zählt man in Deutschland bereits zu den oberen 50 Prozent. Das heißt, dass die Hälfte der Bevölkerung weniger Platz pro Kopf zur Verfügung hat. Ab 83 Quadratmetern pro Kopf zählt man zu den oberen zehn Prozent. Betrachtet man anstelle der Pro-Kopf-Wohnfläche die gesamte Fläche, so liegt die mittlere Wohnungsgröße bei 100 Quadratmetern. Ein Vergleich zwischen Eigentümern und Mietern offenbart große Unterschiede: Wohneigentümer haben im Mittel 125 Quadratmeter große Wohnungen, Mieter müssen sich mit 75 Quadratmetern zufriedengeben.

Rentner haben viel Platz, Migranten wenig

Während die Unterschiede zwischen verschiedenen Einkommensgruppen recht klein sind, sind sie zwischen Migranten und Menschen ohne Migrationshintergrund umso größer: Pro Kopf haben Menschen mit Migrationshintergrund im Mittel 30 Quadratmeter zur Verfügung, Menschen ohne 45 Quadratmeter. Am meisten Platz haben ältere Menschen: 60 Quadratmeter Wohnfläche hat ein Rentner in Deutschland im Mittel. Um Menschen mit wenig Wohnraum zu unterstützen, muss die Politik aktiv werden. „Aufgrund des großen Andrangs auf die Großstädte ist es wichtig, dass das Umland besser angebunden wird“, sagt Studienautor und IW-Immobilienexperte Pekka Sagner. „So käme für viele Menschen auch eine Wohnung außerhalb der Stadt infrage, was die angespannte Situation in den Ballungsräumen entspannen dürfte.

Pressemitteilung vom 22.02.2021