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11.02.2021

Was macht den Eintritt in den Schweizer Markt attraktiv?

Von: C. Isken/Redaktion

Die Schweiz kann ein interessanter Zielmarkt für unternehmerische Aktivitäten sein. Es gibt wichtige Argumente, die für ein Engagement in dem Land sprechen.

Die Schweiz ist ein Binnenland mitten in Europa. Sprachbarrieren mit dem Nachbarland Deutschland fehlen weitestgehend – zumindest was den überwiegenden deutschsprachigen Teil der Schweiz angeht. Wenngleich auch teilweise unterschiedliche sprachliche Begrifflichkeiten bestehen, was in der Marketing- und Kommunikationsplanung Berücksichtigung finden sollte.

Zuverlässigkeit, Professionalität und hohes Qualitätsbewusstsein gelten gemeinhin als Markenzeichen und dürften dem typischen deutschen Geschäftsgebaren sehr nahestehen, wie z. B. in Hinsicht auf Zahlungsmodalitäten, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Ein Indiz für soziokulturelle Nähe mag sich auch in dem Umstand zeigen, dass manche Unternehmen die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich hinsichtlich der Organisation des Vertriebs gemeinsamen bearbeiten (DACH). Regionalen Mentalitätsunterschieden sollte in jedem Fall Rechnung getragen werden.

Politische und rechtliche Stabilität

Für ein Auslandsinvestment sind Planbarkeit und Berechenbarkeit typischerweise wesentliche Entscheidungsparameter. Neben der Neutralität der Schweiz ist das traditionell von Konsens und Konkordanz geprägte politische System eine wichtige Grundlage für die politische Stabilität des Landes.

Die rechtliche Stabilität ist insbesondere auch durch die starke Einbindung in internationale Vertragswerke zu grenzüberschreitenden Themen gegeben. Dazu zählen beispielsweise neben dem Freihandelsabkommen und den bilateralen Verträgen Schweiz–EU auch das UN-Kaufrechtsabkommen, das Übereinkommen von Lugano sowie die bilateralen Doppelbesteuerungsabkommen. Ferner ist das Alpenland wichtigen Abkommen zum Schutz von Materialgütern beigetreten. Sprunghaft und plötzlich auftretende Änderung von Gesetzen und sonstigen Regelwerken sind typischerweise bei den Eidgenossen kaum zu erwarten. 

In puncto rechtliche Planungssicherheit – traditionell ein wichtiger Standortfaktor für die Schweiz – mögen gewisse Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit für Verunsicherungen sorgen – dies auch losgelöst von der Corona-Pandemie. Das Abstimmungsergebnis zur „Begrenzungsinitiative“ vom 27. 9. 2020 dürfte hingegen vermutlich förderlich zu sehen sein 

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und hohe Lebensqualität 

Die schweizerische Wirtschaftsordnung basiert auf den Grundzügen einer liberalen Marktwirtschaft. Die Schweizer Wirtschaftspolitik sieht sich als Rahmengeber für die Wirtschaft. 

In internationalen Rankings zur Länderbonität befindet sich die Schweiz traditionell am oberen Ende. Gemäß dem Global Competitivness Report 2020 (Platz 5) und dem IMD World Competiveness Ranking 2020 (Platz 3) gilt das Alpenland als einer der wettbewerbsfähigsten Standorte, wenngleich dieses auch vor Herausforderungen gestellt ist.

Einige wichtige Kennzeichen der Schweizer Wirtschaft, insbesondere vor Eintritt der Corona-Pandemie, sind: 

  • das Pro-Kopf-Einkommen. Es zählt zu den höchsten weltweit 
  • vergleichsweise geringe Arbeitslosenquote (wenn auch in den letzten Jahren etwas erhöht) 
  • niedriger Verschuldungsgrad (zumindest vor der Corona-Pandemie)
  • Preisstabilität und moderate Lohnentwicklungen, sozialer Frieden zwischen Arbeitgebern und -nehmern
  • hohe Lebensqualität
  • Verschiedene Ereignisse wie die massive Aufwertung des Schweizer Franken (sFr) nach der Aufgabe des Mindestkurses von 1,20 sFr (zum Euro) durch die Schweizer Notenbank (SNB) Anfang 2015 haben in den letzten Jahren Herausforderungen an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Alpenlandes gestellt. Es kam zu entsprechenden Anpassungen in der Wirtschaft, u. a. Verlagerungen von Produktionen. Die geopolitischen und globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten (z. B. zukünftige Ausrichtung der US-Handels- und -Fiskalpolitik, der Brexit-Entscheid) und die Covid-19-Pandemie dürften das Umfeld für die global sehr stark vernetzten Schweizer volatiler machen. 

Hinweis: Wirtschaftliche Herausforderung – Covid-19-Pandemie 

Auch das Alpenland ist von der Covid-19-Pandemie massiv betroffen. Der Umgang und die Auswirkungen führen zu einer deutlichen wirtschaftlichen Belastung auch der Schweiz: Das Land verzeichnet den größten wirtschaftlichen Einbruch seit Jahrzehnten, wenngleich sich die wirtschaftlichen Entwicklungen zumindest teilweise und zwischenzeitig vorsichtig aufzuhellen scheinen, wie das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) vermeldet.

Weitere wichtige Informationen über den Zielmarkt Schweiz hält die Online-Anwendung Export-Plus bereit.

Quelle: Online-Anwendung Export-Plus, Reguvis Fachmedien GmbH, Köln



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