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22.04.2020

Türkei: Chancenreiche Marktsektoren für deutsche Unternehmen

Von: C. Isken/Redaktion

Die Türkei gilt trotz aktueller wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin als attraktiver Markt, der deutschen Unternehmen einige Geschäftschancen bietet.

Chancenreiche Marktsektoren

Die Türkei ist ein Schwellenland und verfügt über eine breite Industriebasis. Der Sektor Bergbau/Industrie einschließlich Bauwirtschaft trägt zusammen (Stand 2018) rund 33 % zum Sozialprodukt bzw. BIP bei, gefolgt von Handel und Tourismus (Gaststätten/Hotels) mit einem Anteil von 17 % sowie Transportwesen/Logistik und Kommunikation mit rund 12 %. Die Landwirtschaft beschäftigt zwar noch rund ein Fünftel der Erwerbsbevölkerung, doch ist der Beitrag zum BIP auf 6 % zurückgegangen.

Erneuerbare Energien
Die türkische Regierung hat als wichtiges Ziel die Diversifizierung der Energiequellen und vor allem den Ausbau der erneuerbaren Energien im Fokus. Seit 2018 liegt der Anteil erneuerbarer Energien – einschließlich Wasserkraft – an der Stromerzeugung bei über 30 %. In Zukunft soll ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der Solarkapazitäten liegen. Türkische Unternehmen sind auf der Suche nach Partnern aus dem Kreis der anerkannten Technologiefirmen. Hierbei kann auch die Bedienung regionaler Märkte über die Türkei hinaus ins Auge gefasst werden.

Tipp: Von der GTAI liegt aus der Reihe „Branche kompakt“ ein ausführlicher Überblick über den türkischen Markt für Solarenergie vor unter

Textil- und Bekleidungsbranche

Der größte industrielle Sektor ist die Textil- und Bekleidungsbranche, die etwa ein Drittel der Erwerbstätigen der gesamten Industrie beschäftigt. Ein großer Teil der Produktion geht in den Export. Eine Reihe von ausländischen Modefirmen auch aus Deutschland (z. B. Hugo Boss, Adidas, Esprit) lässt in eigenen Niederlassungen in der Türkei für den europäischen Markt fertigen. Zunehmend produzieren auch lokale Betriebe der Branche unter eigenem Label. Die Türkei zählt zu den weltweit größten Textilexporteuren, deren Exporte sich in den letzten rund 20 Jahren verdoppelt haben. Die wichtigsten Märkte liegen in Europa, vor allem in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien. Der Standortvorteil liegt in der lokalen Erzeugung von Qualitätsbaumwolle, die auch internationalen ökologischen Standards gerecht wird. Ein zunehmendes Wettbewerbsproblem sind allerdings die stark gestiegenen Arbeitskosten in der Türkei.

Kfz- und Zulieferindustrie
Die Kfz- und Zulieferindustrie ist nach Textil und Bekleidung die zweitwichtigste Exportbranche, die in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnete. Zahlreiche ausländische Automobilhersteller haben in der Türkei eigene Niederlassungen gegründet, darunter japanische und französische sowie auch führende deutsche Nutzfahrzeughersteller (Daimler, MAN). Ein Prestigeprojekt der Regierung Erdoğan ist ein E-Auto, das 2019 in Istanbul mit zwei Prototypen präsentiert wurde, die ab 2022 verkauft werden sollen und komplett in der Türkei hergestellt werden.

Tipp: Eine Untersuchung der türkischen Kfz-Branche liegt von der GTAI aus der Reihe „Branche kompakt“ vor.

Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie
Im Sektor Lebensmittel gehört die Türkei bei bestimmten Produkten (u. a. Mehl, Nudeln) zu den weltweit führenden Exportländern. Das Wachstum der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie wird im Inland durch die Ausbreitung moderner Einzelhandelsformen gefördert. Die wichtigsten Exportmärkte für türkische Nahrungsmittel sind die USA sowie seit einigen Jahren auch China.

Medizintechnik
Im Sektor medizintechnische Ausrüstungen und Geräte werden die langfristigen Aussichten als gut beurteilt, wenn auch die zurückliegende Rezession ihre Spuren hinterlassen hat. Vor allem private Kliniken haben in den letzten rund zwei Jahren rückläufige Patientenzahlen verzeichnet. Generell besteht jedoch eine wachsende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen, wobei sich auch ein verbessertes System der Krankenversicherung positiv auswirkt. Ein zusätzlicher Wachstumsfaktor ist der sogenannte Gesundheitstourismus mit steigenden Zahlen ausländischer Patienten. Ein Schwerpunkt bei langfristigen Projekten sind Investitionen in Krankenhäuser nach dem PPP-Modell (Public Private Partnership). Die privaten Einrichtungen bilden einen wichtigen Kundenstamm für hochwertige medizinische Ausrüstungen.

Tipp: Ein ausführlicher Überblick über den türkischen Markt für Medizintechnik liegt von der GTAI aus der Reihe „Branche kompakt“ unter  vor.

Transport und Logistik stellen nach dem Handel den zweitwichtigsten Zweig der Dienstleistungsbranche dar und profitieren vor allem von der Modernisierung der See- und Flughäfen. Dies hatte bereits einige neue Investitionsvorhaben in- und ausländischer Logistikfirmen zur Folge, wie u. a. des deutschen Anbieters DHL Supply Chain in neue Lager- und Vertriebszentren.

Touristik
Der Tourismus ist ein besonders wichtiger Devisenbringer im Dienstleistungssektor für die Türkei. Diese Branche reagiert empfindlich auf Erschütterungen im politischen und sicherheitsmäßigen Bereich, wie zuletzt 2016 auf mehrere Terroranschläge sowie den gescheiterten Putschversuch. Seither hat sich die Branche jedoch wieder erholt, etwa auf das alte Niveau von vor 2016.

Weitere Informationen liefert der Beitrag: „Türkei – Wege in einen interessanten Markt“
von Inge Hackenbroch auf der „Online-Anwendung Export Plus“.

Quelle: Online-Anwendung Export Plus, Reguvis Fachmedien GmbH, Köln



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