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31.10.2019

Geschäftschancen in Ungarn: Aussichtsreiche Branchen

Bauarbeiter mit einer Messlatte in der Hand

© Monkey Business/Shotshop.com

Ungarn ist ein Markt mit großem Potential. Einige der deutschen Vorzeigebranchen wie Fahrzeuge, Maschinenbau und Elektrotechnik verzeichnen dort große Verkaufs- und Produktionserfolge. In vielen weiteren Branchen des Landes sind deutsche Investitionen willkommen.

Bauwirtschaft wieder im Boom
Ungarns Bauindustrie hat die Krise von 2016 – ausgelöst durch gedrosselte EU-Förderung – überwunden und wächst wieder zweistellig. Der Wohnungsbau profitiert von staatlicher Förderung für den Erwerb von Wohnimmobilien für Kinderreiche sowie der Mehrwertsteuersenkung für neue Wohnobjekte (von 22 auf 5 %). Der Straßen- und Eisenbahnbau wird von Fördermitteln der EU (Kofinanzierung) unterstützt. In der bis Ende 2022 laufenden Förderperiode soll das landesweite Schnellstraßennetz fertiggestellt und in der neuen Förderperiode ab 2023 vor allem das Autobahnnetz ausgebaut werden.

Auch der deutsche Bauhandwerker- und Bauhandelsbereich sollte die sich vor Ort bietenden Chancen ergreifen. Ohne Kooperation mit einem ungarischen Unternehmen oder eine eigene Niederlassung sind die Erfolgsaussichten allerdings gering.

Tipp: Informationsportal
Das Portal 21 bietet Informationen zu Dienstleistungen in ausgewählten Ländern Europas, darunter auch Ungarn: was man bei der Aufnahme und Ausübung von Dienstleistungen in Ungarn beachten sollte.

Gesundheitssektor mit Aufholbedarf
Das ungarische Gesundheitswesen gilt als das schlechteste in der Region. Die Missstände betreffen vor allem Personalmangel, geringe Gehälter und schlechte Arbeitsbedingungen. Die Folge sind u. a. Abwanderung von Fachpersonal. Die staatlichen Krankenhäuser sind chronisch unterfinanziert. Vor allem im Großraum Budapest stehen aktuell Investitionen in Krankenhäuser an, die Chancen nicht zuletzt auch für deutsche Anbieter von Medizintechnik bieten. Der Markt für Medizinausrüstungen soll nach Expertenuntersuchung in den nächsten Jahren im Durchschnitt um über 8 % jährlich wachsen und bis 2023 einen Gesamtumsatz von knapp 1,4 Mrd. US-Dollar erreichen. Hierbei spielt auch der private Gesundheitssektor eine wachsende Rolle.

Tipp: Branchenuntersuchung der GTAI: Ungarn investiert in Krankenhäuser.

Kfz-Industrie gibt weiter Gas
Nach einem Rekordjahr 2017 rechnet die Kfz-Branche einschließlich Zulieferern auch weiterhin mit stetigem Wachstum. Die Branche wird von der Regierung als strategischer Sektor vor allem durch umfangreiche Zuschüsse für Neu- und Erweiterungsinvestitionen gefördert. Diese nutzen die internationalen Markenhersteller beim Ausbau ihrer Kapazitäten in Ungarn, darunter aus Deutschland auch BMW, Daimler, VW und Audi. Besonders gefördert werden aktuell Projekte im Bereich Elektromobilität und autonomes Fahren. Ein Problem der Branche ist der Fachkräftemangel in Ungarn.

Tipp: Lieferantenprogramm/Informationsmaterial
Um vor allem ausländische Firmen in die nationale Wirtschaft einzubeziehen, hat die ungarische Regierung ein spezielles Lieferantenprogramm geschaffen. Zielgruppe ist vor allem die Automobilindustrie. Angesprochen sind Investoren, die sich bereits in Ungarn etabliert haben, um sie im Lande zu halten und neue potenzielle Investoren anzuwerben, indem man ihnen ermöglicht, zuverlässige ungarische Lieferanten zu finden. Infos und Kontakte dazu über die ungarische Agentur für Außenwirtschaft und Investitionsförderung (www.hita.hu).
Spezielle Marktinformationen der GTAI zum Kfz-Markt in Ungarn finden sich hier.

Energiesektor: Kernkraft und Sonnenenergie

Das wichtigste Vorhaben im Energiesektor ist der Ausbau des Kernkraftwerks Paks2, das bis spätestens 2027 in Betrieb genommen werden soll. Bereits bisher kommt fast die Hälfte (2017: 49 %) der nationalen Stromerzeugung aus Kernkraft, weitere 40 % aus Gas und Kohle, der Rest aus erneuerbaren Energien. Der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix (Biomasse, Wind- und Wasserkraft, Solarenergie) soll entsprechend der diesbezüglichen EU-Richtlinie auf 13 % gesteigert werden. Dies soll vor allem durch einen stärkeren Ausbau der Solarkapazitäten erreicht werden.

Tipp: Marktinformationen
Ein aktueller Bericht der GTAI zum Sektor erneuerbare Energien in Ungarn findet sich hier.

Abfallwirtschaft mit starkem Nachholbedarf
Trotz Vorgaben der EU und Inanspruchnahme von EU-Förderung ist die Abfallwirtschaft in Ungarn noch nicht wirklich in Gang gekommen. Der nationale Abfallwirtschaftsplan (2014 bis 2020) gilt als unzureichend, Experten vermissen Strategien und Prioritäten. In jedem Fall kommen Projekte nur mit Starthilfe aus Brüssel in Gang. Die großen Entsorgungsunternehmen beschaffen ihre Ausrüstungen direkt. Empfohlen wird Anbietern daher die Verfolgung der Ausschreibungen der Nationalen Entwicklungsagentur (www.nfu.hu), die wie alle Tender im öffentlichen Sektor über die Homepage des Staatlichen Amtes für Öffentliche Beschaffungen zu erreichen ist (www.kozbeszerzes.hu). Europaweite Ausschreibungen werden in der EU-Datenbank veröffentlicht (www.ted.europa.eu).

Quelle: Online-Anwendung "Export Plus", Reguvis Fachmedien GmbH, Köln



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